So schätzt Ex-Profi Dominik Klein deutsche EM-Chancen ein
Heute Abend startet die Handball-Europameisterschaft in Skandinavien mit dem Auftakt der deutschen Nationalmannschaft gegen Österreich. Das Turnier wird sicherlich alles andere als ein Spaziergang für das DHB-Team. Gegenüber Promiflash hat der ehemalige Nationalspieler Dominik Klein (42) eingeschätzt, wie die Chancen der Mannschaft auf den EM-Titel stehen. "Dieser Turnierbaum ist einer der schwersten überhaupt. Bei einer Europameisterschaft stehen einem nur Topmannschaften gegenüber und somit sage ich: Das Halbfinale wäre ein Topziel! Wenn dafür Bedarf ist, aber auch eine maximale Torausbeute und eine sensationelle Hauptrunde, in der [die Mannschaft] sich von Spiel zu Spiel steigern kann", erklärt der Weltmeister von 2007. Man müsse sich dabei aber bewusst sein, dass schon die Vorrunde alles fordern wird, denn es kommen nur zwei Mannschaften in die nächste Runde. Heißt: Es brauche eine "maximale Punkteausbeute", um weiterzukommen.
Das wird allerdings für die Deutschen in diesem Jahr besonders schwer, denn sie haben eine der schwersten Gruppen des Turniers. Unter anderem trifft das Team auf Österreich, Spanien und Serbien. "Diese Gruppe wird schon alles beinhalten: dominierendes Spiel, kämpferisches Spiel, taktisch geprägtes Spiel. Bei jedem Gegner wird man die Werkzeugkiste der Handball-Skills auspacken dürfen", meint Dominik weiter. Für Deutschland müsse die Konzentration auf die eigenen Stärken aber im Vordergrund stehen. Zudem sei ein Zusammenspiel aus Torwart und Abwehr essenziell. Hat die Mannschaft die schon knüppelharte Vorrunde überstanden, warten in der Hauptrunde nicht weniger schwere Teams. Dominik findet: "Die Hauptrunde – sollten sie [die Deutschen] einziehen können – wird ein absolutes Brett sein: Da kommen wahrscheinlich Norwegen oder Frankreich aus der anderen Gruppe, und es kommen Dänemark oder Portugal." Die Portugiesen kickten Deutschland vergangenes Jahr aus der Weltmeisterschaft. Frankreich sei ein Traditionsteam, das mit viel Ehrgeiz immer den Sieg und den Titel anstrebe. Die skandinavischen Mannschaften seien nicht minder zu unterschätzen – Norwegen und Co. hätten zudem den Heimvorteil.
Ein klarer Favorit, der auch Deutschland das Leben schwer machen könnte, ist aber Dänemark. Bei der Weltmeisterschaft vergangenes Jahr marschierten die Nachbarn aus dem Norden beinahe unaufhaltsam durch das Turnier und sicherten sich den Titel zum vierten Mal in Folge. Auch sie nehmen bei der EM den Heimvorteil mit. "Über Dänemark brauchen wir nicht sprechen – das ist das Nonplusultra, was in der Handballwelt immer wieder für Furore sorgt", betont Dominik im Promiflash-Interview und ergänzt: "Da stehen jedes Mal in der Hauptrunde 13.000 oder 14.000 Dänen in Rot-Weiß und singen die Nationalhymne – das wird für die Nationalspieler Gänsehaut pur werden." Aufgrund der Bilanz müsse der EM-Titel eigentlich an Dänemark gehen. Immerhin sind sie nicht nur Weltmeister, sondern auch Olympia-Sieger: "Ich weiß nicht, wer die stoppen soll. Daher wäre eine Medaille für Deutschland ein sensationeller Erfolg."
Egal, wie weit die Deutschen nach der Vorrunde kommen – einen Platz auf dem Treppchen, egal wo, kann als Erfolg verbucht werden. Das Team kann während des gesamten Turniers alle Möglichkeiten ausschöpfen, denn Trainer Alfred Gíslason nimmt einen großen Kader von 18 Spielern mit. Dominik erklärt, dass es verschiedene Konstellationen für den Angriff gebe, der Fokus aber auf der Abwehr liege. Die große Stärke liege im Wechsel: "Wenn man den Spielern auch immer wieder eine Pause geben kann, aber trotzdem Stabilität in der Abwehr behält. Er kann da auf eine sehr starke Breite bauen – alle werden hungrig sein, für Deutschland die Rolle wahrzunehmen, die ihm der Trainer oder das Trainerteam gibt. Jeder ist wichtig in einer Mannschaft, um zum Erfolg beizutragen – egal ob er drei Minuten oder 60 Minuten spielt", stellt der ehemalige Linksaußen des THW Kiel klar.








