Richard E. Grants bewegendes Versprechen an verstorbene Frau
Schauspieler Richard E. Grant (68) spricht fast fünf Jahre nach dem Tod seiner Frau Joan offen wie nie über ihren Herzenswunsch und das Versprechen, das er ihr in den letzten Monaten ihres Lebens gab. Die Dialekttrainerin starb im September 2021 an Lungenkrebs im vierten Stadium, nachdem bei ihr nur acht Monate zuvor die Diagnose gestellt worden war. In einem Gespräch mit der britischen Zeitung The Times erzählt Richard von Joans großem Wunsch. "Als sie die Diagnose erhielt, bat sie mich, ihr zu versprechen, dass sie nicht im Krankenhaus sterben würde", erinnert sich Richard. Mit der Unterstützung des medizinischen Teams im Royal Marsden Hospital gelang es dem Schauspieler, seiner Frau diesen Herzenswunsch zu erfüllen.
Die Lungenkrebsdiagnose stellte das Leben des Paares auf den Kopf. Dank eines speziellen Medikaments hegten sie Hoffnung, und Joan hatte zunächst keine Nebenwirkungen wie Haarausfall oder Chemotherapie zu tragen. Doch schon nach drei Monaten spürte sie, dass etwas nicht stimmte. Richard schildert, wie die junge Onkologin Wanda im Royal Marsden Hospital mit den neuesten Blutwerten ins Zimmer kam und in Tränen ausbrach. "Ich fürchte, Jo, du hast recht", habe die Ärztin gesagt. In seinem Buch "A Pocketful of Happiness" beschreibt er außerdem Joans Wunsch, beim Sterben Händchen zu halten. "Natürlich hoffst du, dass du das erfüllen kannst", hält er fest. "Aber wie es sich fügte, war es genau so." Als Joan schließlich "Lass mich gehen" bat, habe er den Widerspruch zwischen Loslassen und Festhalten schmerzhaft empfunden. "Das ist eine so kraftvolle Bitte, weil es ein Widerspruch ist: Einerseits möchte man, dass der Mensch so lange wie möglich lebt. Aber gleichzeitig sagen sie: 'Ich bin so erschöpft davon, ich sehne mich danach, dass es endet'", schildert Richard seinen damaligen Gemütszustand. Er gab ihrer Erschöpfung Raum – und ließ Joan schweren Herzens gehen.
Besonders bewegend sind die Einblicke, die Richard in seine Trauerarbeit gibt. Bis heute weint er täglich um seine verstorbene Frau, berichtet er gegenüber The Times. Um die Verbindung aufrechtzuerhalten, schreibt er ihr jeden Abend einen Brief. "Ich habe keine illusorische, spirituelle Vorstellung, dass ich eine Antwort bekomme, aber irgendwie hält es die Verbindung aufrecht", erklärt er. Richard und Joan hatten sich kennengelernt, als er nach mehreren Absagen bei Filmrollen Dialektunterricht suchte. Aus den Trainingsstunden entstand eine Liebe, die 1986 in die Ehe und zur gemeinsamen Tochter Olivia führte. Seit Joans Tod ist der Schauspieler Single und erklärt im Gespräch mit dem Sunday Times Culture Magazine, dass ihn der Gedanke, sich noch einmal jemandem so zu öffnen, "erschrecke". "Ich habe keine Erwartung, mich jemals neu zu verlieben", sagt er – komplett ausschließen wollte er eine neue Liebe aber nicht.








