Tödliche Fahrerflucht: Haftstrafe für Rapper Ghetts steht
Der britische Rapper Ghetts wurde am Dienstag vor Gericht zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt. Der 41-Jährige, dessen bürgerlicher Name Justin Clarke-Samuel lautet, hatte sich im Dezember vergangenen Jahres schuldig bekannt, den 20-jährigen nepalesischen Studenten Yubin Tamang durch gefährliches Fahren getötet zu haben. Laut Mirror sprach Richter Mark Lucraft das Urteil am Old Bailey in London und entzog dem Musiker zusätzlich für 17 Jahre die Fahrerlaubnis. Ghetts, der auch als Darsteller in der Netflix-Serie "Supacell" bekannt ist, war in der Tatnacht im Oktober 2025 betrunken unterwegs, als er mit seinem BMW M5 im Osten Londons mehrere Verkehrsregeln missachtete und den tödlichen Unfall verursachte.
Der Staatsanwalt Philip McGhee schilderte vor Gericht ein erschütterndes Bild: Ghetts war am Abend des 18. Oktober in der Londoner Innenstadt unterwegs, nachdem er Alkohol konsumiert hatte. Er war anderthalbmal über dem erlaubten Grenzwert und raste auf dem Weg zu seinem Haus in Woodford mit Geschwindigkeiten von über 110 Kilometern pro Stunde durch Wohngebiete. CCTV-Aufnahmen zeigten, dass er sechs rote Ampeln überfuhr, mehrfach auf die Gegenfahrbahn wechselte, den Bordstein überfuhr und dabei mit einem Motorrad sowie einem Mercedes kollidierte. Als er Yubin mit 110 Kilometern pro Stunde in einer 30-Meilen-Zone erfasste, schleuderte der Student durch die Luft und erlitt schwerste Verletzungen. Ghetts fuhr weiter nach Hause, ohne anzuhalten. Yubin starb zwei Tage später im Krankenhaus.
Der Rapper war zum Zeitpunkt des Unfalls gerade erst mit den Dreharbeiten zur zweiten Staffel von "Supacell" beschäftigt, die etwa eine Woche vor dem Vorfall begonnen hatten. In der Netflix-Serie spielt er die Rolle des Antagonisten Krazy. Richter Mark Lucraft bezeichnete das im Prozess gezeigte Videomaterial als "schockierend" und sprach von einer "entsetzlichen Aneinanderreihung von Vorfällen". Shani Taggart von der Staatsanwaltschaft erklärte, dass Ghetts gewusst habe, dass er nicht in der Lage war zu fahren, und eine klare Missachtung anderer Verkehrsteilnehmer gezeigt habe. Die Ermittler hatten einen umfassenden Fall aufgebaut, der CCTV-Material, toxikologische Analysen und die Auswertung seiner Mobilfunkdaten umfasste, um seine Route durch London nachzuvollziehen.





