Prozess um Tod von Diego Maradona (†60) wird neu aufgerollt
Fünfeinhalb Jahre nach dem Tod von Diego Maradona (†60) beginnt in Argentinien ein neuer Anlauf, die Umstände seines Ablebens juristisch aufzuarbeiten. In San Isidro, nördlich von Buenos Aires, müssen sich ab diesem Dienstag sieben Mitglieder seines medizinischen Teams vor Gericht verantworten. Wie argentinische Medien berichten, wurde das ursprüngliche Verfahren nach 21 Verhandlungstagen für nichtig erklärt, weil eine Richterin wegen Befangenheit suspendiert wurde – sie soll an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über den Prozess mitgearbeitet haben. Nun startet der Fall von vorne, mit einem vollen Saal, großem Medieninteresse und vielen Fans, die für ihr verstorbenes Idol Gerechtigkeit fordern.
Im Fokus der neuen Verhandlung stehen Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov, ein Psychologe, ein weiterer Arzt, die medizinische Koordinatorin der Krankenversicherung sowie zwei Pfleger. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Totschlag vor und geht davon aus, dass bei der häuslichen Pflege des gesundheitlich stark angeschlagenen Weltmeisters von 1986 gravierende Fehler begangen worden sein sollen. Die Angeklagten bestreiten das entschieden. Laut Berichten drohen ihnen im Falle einer Verurteilung Freiheitsstrafen von bis zu 25 Jahren. Der Prozess ist auf Monate angelegt: Es wurden zunächst zwei Verhandlungstage pro Woche angesetzt, rund 90 Zeugen sollen aussagen. Gegen eine weitere Krankenschwester wird getrennt verhandelt.
Diego war am 25. November 2020 mit 60 Jahren in einer privaten Wohnanlage gestorben, nachdem er sich wenige Wochen zuvor einer Gehirnoperation unterzogen hatte und anschließend zu Hause betreut wurde. Schon früh hatten Gutachter den Behörden zufolge schwere Versäumnisse in dieser Phase festgestellt. In der Öffentlichkeit prägten Bilder des einstigen Fußballgenies das Gedenken, viele Anhänger in Argentinien verehren ihn bis heute beinahe religiös. Besonders emotional reagierten seine Kinder auf den Neustart des Prozesses: Tochter Gianinna wandte sich auf Instagram an ihren Vater und schrieb zu dem neuen Gerichtstermin unter anderem: "Wir werden es schaffen. Dir wird die Gerechtigkeit zuteilwerden, die du verdienst, und alle, die uns ohne dich zurückgelassen haben, werden dafür bezahlen." Für seine Familie ist die juristische Aufarbeitung damit auch Jahre nach seinem Tod noch ein zentraler Teil der Trauer um den Ausnahmesportler.






