Darum ist der Horror-Hit "Backrooms" ein echtes Phänomen
Mit gerade einmal 20 Jahren feiert Regisseur Kane Parsons derzeit einen Kinoerfolg, von dem viele nur träumen: Sein Horrorfilm "Backrooms" erobert nach dem US-Start jetzt auch die deutschen Leinwände – und bringt ein virales YouTube-Phänomen ins Multiplex. Parsons hatte das Projekt bereits mit 16 Jahren begonnen, als er die Found-Footage-Reihe "Backrooms – Found Footage" auf YouTube stellte. Aus den berüchtigten endlosen gelben Büroräumen, die einst als unheimliches Meme auf 4Chan kursierten, ist nun ein aufwendig produzierter Kinofilm geworden. Dahinter steht das Trendstudio A24, als ausführender Produzent ist "Conjuring"-Macher James Wan an Bord. In den Hauptrollen kämpfen Chiwetel Ejiofor (48) und Renate Reinsve (38) durch das klaustrophobische Labyrinth der Backrooms – ein Setting, das Millionen Horror-Fans schon aus dem Netz kannten.
In seiner Online-Serie hatte Kane, der im Netz als Kane Pixels bekannt wurde, die Backrooms zunächst mithilfe der kostenlosen 3D-Software Blender erschaffen und rund um das fiktive Async Research Institute eine verstörende Mythologie gesponnen. Für die Kinoversion durfte der Nachwuchsregisseur nun ein riesiges Set bauen lassen, statt die Räume nur digital zu modellieren. Laut dem Tagesspiegel erklärte er, wie eng virtuelle Planung und echte Kulissen verzahnt waren: "Ich erledige fast meine gesamte Arbeit in Blender", erzählte er und berichtete, dass er die Backrooms zunächst komplett als 3D-Welt anlegte, um daraus ein Pitch-Deck für A24 zu erstellen. In der Vorproduktion passte er seine Dateien dann gemeinsam mit Szenenbildner Danny Vermette an, bis sie als exakte Baupläne für die realen Gänge und Zimmer dienten. "Wenn ich meine komplette kreative Vision in einen dreidimensionalen Bauplan packen kann, den ich weitergeben kann, ist das unglaublich hilfreich", schwärmte er von diesem ungewöhnlichen Workflow.
Wie perfekt sich seine Internet-Alpträume schließlich materialisierten, überraschte den Filmemacher selbst. "Es war verrückt, am Ende exakt das zu sehen, was vorher nur in dieser Datei existierte – bis auf den Millimeter genau in der Realität umgesetzt", erinnerte sich Kane im Gespräch und sprach von einem "völlig surrealen Erlebnis", als er das fertige Set zum ersten Mal betrat. Während Chiwetel als frustrierter Möbelladenbesitzer Clark und Renate als Therapeutin Mary durch die hallenden Flure streifen, knüpft der Film optisch an die vertrauten YouTube-Clips an, wirkt aber zugleich größer und greifbarer. Für viele Fans, die die Backrooms bislang nur über körnige Internetvideos kannten, wird der Kinobesuch damit selbst zu einem merkwürdigen Déjà-vu: Plötzlich steht man gemeinsam mit den Stars mitten in jener endlosen, gelb beleuchteten Alptraumwelt, die vor ein paar Jahren noch nur aus Pixeln bestand.









