Chris Evert und Martina Navratilova vereint durch Krebskampf
Jahrzehntelang waren sie die größten Rivalinnen im Damentennis – nun sprechen Chris Evert und Martina Navratilova (69) gemeinsam über die härteste Herausforderung ihres Lebens. In der neuen Netflix-Dokumentation "Chris & Martina: The Final Set", die am 26. Juni auf der Streamingplattform erscheint, erzählen die beiden Tennislegenden offen über ihre Krebserkrankungen. Chris kämpfte gleich zweimal gegen Eierstockkrebs, Martina gegen Kehlkopf- und Brustkrebs. Beide sind inzwischen krebsfrei – Chris seit Juli 2024, Martina seit März 2023. Anstatt sich auf dem Tennisplatz zu duellieren, standen sie sich gegenseitig durch Chemotherapien, Operationen und bange Wartephasen bei.
Chris erklärt in der Doku: "Als wir gleichzeitig Krebs bekamen, hat das unsere dauerhafte Freundschaft wirklich gefestigt. Martina und ich haben füreinander durchgehalten, durch die schlechten und die guten Zeiten. Das ist ein Beweis für Freundschaft. Es gibt kein Zurück mehr. Wir werden jetzt immer eng verbunden sein." Martina ergänzt: "Du wählst deine Momente sorgfältiger aus, wenn du erkennst, wie kostbar Zeit ist." Die 90-minütige Dokumentation, die von der zweifachen Emmy-Gewinnerin Rebecca Gitlitz gedreht wurde, beginnt im Sommer 2023, als Martina für ihre Behandlungen nach New York reist. Bei Chris war zuvor im Dezember 2021 erstmals Eierstockkrebs diagnostiziert worden – ein Jahr nachdem ihre Schwester Jeanne an derselben Krankheit gestorben war. Sie erklärt dazu: "Das zweite Mal hat mir wirklich klargemacht, wie kostbar das Leben ist. Ich möchte für immer für meine Kinder da sein."
Die Freundschaft der beiden hat eine lange und bewegte Geschichte. Als Martina 1973 im Alter von 15 Jahren erstmals zu einem Turnier in Florida reiste, lernten sich die beiden kennen. Was zunächst als unkomplizierte Bekanntschaft begann, wurde schon bald von knallhartem Wettbewerb überlagert. Von 1973 bis 1988 maßen sie sich insgesamt 80 Mal auf dem Tennisplatz. Zwischen November 1975 und August 1987 hielt eine von ihnen die Weltranglistenführung in 592 von 615 Wochen. Jede der beiden gewann 18 Grand-Slam-Titel – Martinas neun Wimbledon-Titel sind bis heute unerreicht, Chris' sieben French-Open-Siege ebenfalls. Der Krebs hat ihre Sichtweise auf all das verändert. Chris, die dreimal verheiratet war und dreimal geschieden ist, sagt: "Wenn man Krebs hat, überdenkt man seine Prioritäten – das sind meine drei Söhne und mein Enkel. Menschen haben jetzt Vorrang."










