

Pikant: Diese Sexszenen in Filmen waren nicht gespielt
Manche Filmszenen bringen Zuschauer nicht nur zum Erröten – sie sind auch noch echt. Mehrere internationale Produktionen zeigen explizite Sexszenen, bei denen die Darsteller tatsächlich mitgemacht haben oder zumindest Pornodoubles zum Einsatz kamen. So drehte Regisseur Gaspar Noé seinen Film "Love" aus dem Jahr 2015 bewusst in 3D, damit die expliziten und echten Sexszenen möglichst unmittelbar auf die Zuschauer wirken. In John Cameron Mitchells "Shortbus" von 2006 wurde auf Doubles komplett verzichtet: Alle Sexszenen waren echt, was für die Hauptdarstellerin Sook-Yin Lee berufliche Konsequenzen hatte. Die Moderatorin verlor wegen ihrer Rolle zunächst ihren Job beim öffentlich-rechtlichen Sender CBC/Radio-Canada – die Kündigung wurde nach Protesten aus der Filmbranche aber wieder zurückgezogen.
Auch andere Produktionen sorgten für Aufsehen. In "Intimacy" bestätigten die Hauptdarsteller Kerry Fox und Mark Rylance (66) in Interviews, dass sie tatsächlich echten Sex hatten. Vincent Gallos Film "The Brown Bunny" wurde bei den Filmfestspielen in Cannes wegen einer expliziten Oralsexszene mit Chloë Sevigny (51) ausgebuht – und später bei der Viennale mit einem Kritikerpreis ausgezeichnet. Bei Lars von Triers (70) "Nymphomaniac" war die Sache etwas differenzierter: Obwohl die Sexszenen als echt galten, verriet Hauptdarstellerin Charlotte Gainsbourg (54) später, dass Pornodoubles für die expliziten Sequenzen eingesprungen waren. Und "9 Songs" von Michael Winterbottom wurde vom Guardian als bis dahin pornografischste Mainstream-Produktion in der Geschichte des britischen Films bezeichnet.
Heute wären viele dieser Drehs so nicht mehr möglich. Intimitätskoordinatorin Julia Effertz erklärt gegenüber Bild, dass Sexszenen inzwischen "eine sehr detaillierte Choreografie" seien, "ähnlich wie ein Tom-Cruise-Stunt oder eine Tanzszene bei 'Bridgerton'". Erst wenn jede Bewegung durchgeprobt ist und sich alle wohlfühlen, wird gedreht. Laut Effertz habe sich vor allem nach der MeToo-Debatte und der Corona-Pandemie "mehr Respekt für die psychische Gesundheit" entwickelt. Damit es gar nicht erst zu ungewollter Erregung kommt, wird bei Intimszenen heute mit hautfarbener Schutzwäsche und Silikonprothesen gearbeitet. "Das größte Unwohlsein ist die Unklarheit. Die Ungewissheit, was ich beim Dreh gleich zeigen und machen soll", so Effertz. Bei US-Produktionen sei das Tragen dieser Schutzbarriere mittlerweile auch aus rechtlichen Gründen Standard.








