Darum war diese Kinofilmrolle für Frederick Lau so heikel
Für Frederick Lau (36) war die Tragikomödie "One for the Road" mehr als nur eine anspruchsvolle Schauspielaufgabe. Er verkörpert darin den Berliner Bauleiter Mark Jung, der sein Alkoholproblem verdrängt und nach einer Trunkenheitsfahrt seinen Führerschein verliert. Wie Frederick gegenüber Bluewin.ch erklärte, war die Rolle wegen seiner eigenen Vergangenheit besonders heikel: "Bei mir war Alkohol Exzess. Ich war ein sogenannter Rauschtrinker", erklärte er. Trotzdem nahm der Schauspieler am Set keinen Tropfen Alkohol zu sich, sondern spielte alle Rauschzustände komplett nüchtern. In der Handlung trifft Mark während eines Vorbereitungskurses für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung auf die Lehrerin Helena, dargestellt von Nora Tschirner (45). Auch sie kämpft mit einem problematischen Alkoholkonsum. Gemeinsam wollen die beiden beweisen, dass sie jederzeit auf Alkohol verzichten könnten. Doch auf trockene Phasen folgen bei Mark schwere Rückfälle.
Die verschiedenen Stadien der Trunkenheit glaubwürdig darzustellen, sei für Frederick "unheimlich schwer" gewesen. Während der Dreharbeiten arbeitete das Team mit sechs Abstufungen. Diese reichten von leichter Erheiterung über deutliche Betrunkenheit bis zu einem Zustand, in dem eine normale Unterhaltung kaum noch möglich ist. Sich dafür tatsächlich zu betrinken, kam für den Schauspieler jedoch nicht infrage. "Ich mag es nicht, wenn ich einen Zustand für eine Rolle herstellen muss. Authentische Situationen sind mir lieber", betonte er. Deshalb habe er "alles komplett nüchtern gespielt". Dabei musste Frederick nicht nur äußerlich unterschiedliche Rauschgrade zeigen, sondern zugleich die Entwicklung einer Suchterkrankung abbilden.
Frederick begann nach eigener Aussage schon mit 15 oder 16 Jahren zu trinken. In Berlin besuchte er damals sogenannte All-inclusive-Partys, bei denen die Gäste für zwölf Euro unbegrenzt Alkohol bekamen. Auch als junger Erwachsener konsumierte der Filmstar nach eigener Aussage viel. Genuss habe dabei keine Rolle gespielt. Seine Stimmung sei anfangs "fröhlich-lustig" gewesen, später habe er sich jedoch "wie ein Arschloch" verhalten. Erst während der Coronazeit fasste er den Entschluss, keinen Alkohol mehr zu trinken. Seine ernüchternde Erkenntnis brachte er gegenüber Bluewin.ch knapp auf den Punkt: "Der Rausch macht viel kaputt." Privat ist Frederick seiner Heimatstadt bis heute eng verbunden. Er lebt gemeinsam mit seiner Frau Annika Lau (47) und den drei gemeinsamen Kindern in Berlin.










