Peinlicher Fehler stoppt Prozess um Diego Maradonas Tod
Im Prozess um den Tod von Fußballlegende Diego Maradona (†60) ist es zu einer folgenschweren Panne gekommen. Vor dem zuständigen Gericht in San Isidro nahe Buenos Aires wurden Ergebnisse von Nierentests präsentiert, die offenbar gar nicht von dem 2020 verstorbenen Argentinier stammen. Laut der Verteidigung gehörten die Werte nämlich seinem Vater, der ebenfalls Diego hieß und bereits 2015 gestorben war. Das berichtete die BILD. Das Verfahren gegen sieben Mitglieder seines damaligen medizinischen Teams musste deshalb unterbrochen werden. Der Patzer wiegt schwer, denn in dem Prozess geht es um die Frage, ob der Sportler in seinen letzten Lebenswochen ausreichend versorgt wurde. Die Unterlagen sollten eigentlich Aufschluss über Maradonas Gesundheitszustand geben – stattdessen sorgten sie für Verwirrung im Gerichtssaal.
Das Gericht ordnete BILD zufolge an, die betreffenden Beweismittel innerhalb einer Woche noch einmal zu überprüfen. Eine Klinik und ein Gesundheitsdienstleister müssen dafür neue Unterlagen zu den Testergebnissen einreichen. Auf der Anklagebank sitzen Ärzte, Psychiater, Psychologen und Pfleger. Ihnen wird fahrlässige Tötung beziehungsweise grobe Nachlässigkeit bei der Versorgung des Fußballers vorgeworfen. Für die argentinische Justiz ist es bereits der zweite Anlauf, den Fall aufzuarbeiten: Ein früheres Verfahren war geplatzt, nachdem eine Richterin für befangen erklärt worden war. Sie hatte heimlich an der Vorbereitung einer Dokumentarserie über den Fall mitgearbeitet. Der neue Prozess startete im April.
Diego war am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren gestorben – nur zwei Wochen nach einer Hirnoperation. Die Obduktion führte seinen Tod auf einen Herzinfarkt und ein Lungenödem zurück. Zuletzt war der Weltmeister von 1986 laut BILD in einem von ihm angemieteten Haus untergebracht, wo ihn das nun angeklagte siebenköpfige Team betreute. Dass die Verwechslung der Nierentests nicht sofort auffiel, dürfte auch an der Namensgleichheit innerhalb der Familie liegen: Der Vater des Ausnahmesportlers hieß ebenfalls Diego und war fünf Jahre vor seinem berühmten Sohn gestorben.








