Diese zwei Netflix-Perlen zeigen Ralph Fiennes ganz anders
Als Lord Voldemort jagte er einer ganzen Generation von Kinogängern Angst ein, als KZ-Kommandant Amon Goeth in "Schindlers Liste" sorgte er für beklemmende Momente und als M steht er in den James Bond-Filmen an der Spitze des britischen Geheimdienstes. Auch "Der englische Patient" gehört zu den Werken, die Ralph Fiennes' (63) Ruf als Charakterdarsteller begründeten. Wer den Schauspieler allerdings einmal ganz anders erleben möchte, wird laut moviepilot bei Netflix fündig: In den beiden historischen Dramen "The Choral" und "Die Ausgrabung" ist er jeweils in einer Hauptrolle zu sehen. Dabei setzt er weder auf große emotionale Ausbrüche noch auf besonders dominante Auftritte. Sowohl Dr. Henry Guthrie als auch Basil Brown zeichnen sich durch ihre zurückhaltende Art aus. Ihre emotionale Tiefe zeigt Ralph vor allem durch subtile Blicke, kleine Veränderungen der Mimik und eine bewusst kontrollierte Körpersprache. Gerade diese unaufdringliche Spielweise macht deutlich, wie wandelbar der Hollywoodstar ist.
"The Choral" nimmt das Publikum mit ins Jahr 1916 in die englische Grafschaft Yorkshire. Weil zahlreiche Männer der kleinen Stadt im Krieg sind, fehlen dem örtlichen Chor nicht nur die Männerstimmen, sondern auch ein Leiter für das alljährliche Konzert. Ralph schlüpft in die Rolle des eigenwilligen Dr. Henry Guthrie. Dieser hat bis vor Kurzem in Deutschland gelebt und sucht nun zusammen mit den verbliebenen Sängerinnen und Sängern nach neuen Mitgliedern. Gemeinsam bereiten sie eine Aufführung vor, die für die gesamte Gemeinde eine besondere Bedeutung hat. In "Die Ausgrabung" schlüpft der Schauspieler dagegen in die Rolle des Archäologieexperten Basil Brown. Dieser wird von der verwitweten Edith Pretty, gespielt von Carey Mulligan (41), damit beauftragt, die Hügelgräber auf ihrem Grundstück zu untersuchen. Was zunächst als bescheidene Arbeit beginnt, mündet kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in eine archäologische Entdeckung von großer Tragweite. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte.
In beiden Produktionen stehen keine lauten Helden im Mittelpunkt, sondern Männer, die sich in angespannten historischen Zeiten über ihre Arbeit und den Umgang mit ihren Mitmenschen definieren. Guthrie versucht, einer vom Krieg gezeichneten Gemeinschaft über die Musik wieder Zusammenhalt zu geben. Brown wiederum arbeitet Seite an Seite mit Edith Pretty an einem Fund, dessen Bedeutung zu Beginn kaum abzusehen ist. Damit unterscheiden sich die beiden Rollen deutlich von jenen bedrohlichen Figuren, mit denen der Brite über Jahre hinweg in Verbindung gebracht wurde. Was Fans einer seiner wohl markantesten Darstellungen enttäuschen dürfte: In der BBC-Sendung "The Claudia Winkleman Show" erklärte Ralph, dass er zeitweise Interesse daran hatte, in der HBO-Serie der Harry Potter-Reihe Voldemort zu spielen. "Ich erinnere mich, gefragt worden zu sein, ob ich die Rolle erneut spielen würde. Das war vor einigen Jahren. Und ich sagte: 'Ja, sehr gerne'", resümierte er. "Aber dann passierte nichts. Ich glaube, das Schiff ist abgefahren."




























