Netflix-Streit: Tyra Banks zeigt angeblich verfälschte Clips

Netflix-Streit: Tyra Banks zeigt angeblich verfälschte Clips

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Tyra Banks (52) legt im Rechtsstreit mit Netflix und EverWonder Studio nach. Am Dienstag reichte das Model neue Unterlagen ein, mit denen es eine aus seiner Sicht irreführende Darstellung in der dreiteiligen Dokuserie "Reality Check: Inside America's Next Top Model" belegen will. Wie Deadline berichtet, stellt Tyra darin vollständiges Videomaterial den ausgestrahlten Szenen direkt gegenüber. Die Vergleiche sollen zeigen, dass sie in der dreiteiligen Dokuserie "Reality Check: Inside America's Next Top Model" durch gezieltes Kürzen und Umstellen einzelner Szenen falsch dargestellt wurde. Antworten und Reaktionen seien schlicht entfernt, Gesprächsteile neu angeordnet worden. Dadurch könne beim Publikum der Eindruck entstehen, die frühere Moderatorin habe wichtige Fragen unbeantwortet gelassen oder heikle Themen von sich aus angesprochen. Die neue Eingabe ist eine Reaktion auf die Bemühungen der Gegenseite, das Verfahren zu beenden: Tyra hatte ihre Verleumdungsklage im Juni 2026 eingereicht, Netflix beantragte im August deren Abweisung. Der Streamingdienst und EverWonder Studio reichten außerdem einen Anti-SLAPP-Antrag ein, mit dem Klagen gegen geschützte Meinungsäußerungen frühzeitig abgewehrt werden können.

Konkret führen die Anwälte zwei Beispiele an. Im ersten Beispiel wurde Tyra auf die frühere Kandidatin Shandi Sullivan angesprochen, die von einem sexuellen Übergriff während der zweiten Staffel berichtet hatte. Im vollständigen Interviewmaterial habe Tyra auf die Frage, ob sie sich daran erinnere, genickt und dies bestätigt. In der Dokuserie seien laut ihren Anwälten jedoch nur die Frage und ihr zögerndes "Ähm" geblieben. In der Eingabe heißt es laut Deadline, dass das Nicken herausgeschnitten wurde. Beispiel zwei bezieht sich auf ein 2004 ausgestrahltes Gespräch über Untreue. Damals fragte Shandi die Moderatorin zunächst nach eigenen Erfahrungen mit Untreue. Tyra habe geantwortet, die Tränen der Kandidatin bemerkt und nach deren Befinden gefragt. Für die Netflix-Produktion seien Shandis vorausgehende Frage entfernt, die Reihenfolge verändert und ein Kommentar über Produzenten in Tyras Ohr ergänzt worden. Dadurch erscheine Tyra fälschlicherweise als Initiatorin des Gesprächs, obwohl das vollständige Rohmaterial vorgelegen habe.

Die Castingshow "America's Next Top Model" startete 2003, Tyra führte über 23 Staffeln durch das Format. Die Netflix-Dokuserie zeichnet diese Geschichte nach und greift dabei auch kontroverse Momente auf, darunter Shandis Erlebnis während einer Italienreise in der zweiten Staffel. In ihrer Klage erklärte Tyra, sie habe nicht gewusst, dass Shandi den damaligen Vorfall als sexuellen Übergriff einordnete. Aus ihrem langen Interview seien lediglich 16 Minuten verwendet und aus dem Zusammenhang gerissen worden. Netflix weist die Vorwürfe zurück: Die Regisseure Daniel Sivan und Mor Loushy hätten alle Beteiligten ausführlich befragt und Tyras Sicht fair neben die Aussagen anderer gestellt, redaktionelle Kontrolle habe sie aber nicht gehabt. "Wir stehen hinter 'Reality Check: Inside America's Next Top Model' und werden die Dokuserie weiterhin energisch verteidigen", teilte der Streamingdienst dem Magazin People mit. Tyras Anwalt Tom Clare formulierte dort die zentrale Frage des Streits: "Können Zuschauer darauf vertrauen, dass eine als Tatsache präsentierte Dokumentation fair wiedergibt, was passiert ist und was Menschen tatsächlich gesagt haben?"

Tyra Banks im März 2025
Getty Images
Tyra Banks im März 2025
Tyra Banks im Mai 2024
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Tyra Banks im Mai 2024
Tyra Banks, Model
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Tyra Banks, Model
Im Streit zwischen Tyra Banks und Netflix: Wessen Argumentation überzeugt euch bislang mehr?