Doku manipuliert? Tyra Banks zieht gegen Netflix vor Gericht
Tyra Banks (52) hat Netflix verklagt. Das gab das Model mit einer Klageschrift bekannt, die am 13. Juni eingereicht und von Fox News Digital eingesehen wurde. Die Vorwürfe gegen den Streamingdienst wiegen schwer: Verleumdung durch Implikation, falsches Licht, Vertragsbruch und falsche Unterstützung. Auslöser ist die Dokumentarserie "Reality Check: Inside America's Next Top Model", die Netflix vor rund vier Monaten veröffentlichte und in der Tyra selbst als Interviewpartnerin zu sehen ist. Die Moderatorin wirft den Produzenten vor, ihr dreieinhalbstündiges Interview auf lediglich 16 Minuten gekürzt zu haben – und zwar so, dass beim Zuschauer der Eindruck entsteht, sie habe einen sexuellen Übergriff in ihrer Show wissentlich vertuscht.
Im Mittelpunkt der Klage steht die Geschichte der ehemaligen ANTM-Kandidatin Shandi Sullivan. Diese schilderte in der Doku ein Erlebnis während der Dreharbeiten in Mailand als Übergriff – eine Einschätzung, die Tyra nach eigenen Angaben zuvor nie gehört hatte. In der Doku ist zu sehen, wie die Moderatorin kurz nach oben blickt, "ähm" sagt und der Bildschirm dann schwarz wird. Laut Klage wird so absichtlich der Eindruck erweckt, sie könne den Vorfall vertuschen wollen. Tyras Anwälte betonen, dass dieser Moment bewusst manipuliert wurde: "Ms. Banks geht anschließend dazu über zu sagen: 'Ich erinnere mich an ihre Geschichte.' Diese Antwort wurde am Ende abgeschnitten." Sie erinnere sich sehr wohl an Shandi und habe den damaligen Vorfall in Mailand stets als eine Frage der Untreue gekannt – nicht als Übergriff.
Tyra, die mit ihrer Modelshow "America's Next Top Model" ab dem Jahr 2003 über zwei Jahrzehnte Fernsehgeschichte schrieb, betonte durch ihre Anwälte, sie habe an der Dokumentation teilgenommen, weil sie offen über das Erbe der Show sprechen wollte – einschließlich Kritikpunkten. "Es gibt Aspekte der Show, für die Ms. Banks Verantwortung übernimmt, und sie wollte, dass die ANTM-Zuschauer das direkt von ihr hören", heißt es in der Klageschrift. Das Supermodel fordert nun eine Jury-Verhandlung sowie Schadensersatz in noch nicht genannter Höhe.











