Justin Hawkins enthüllt die Folgen seiner Kokainsucht
Justin Hawkins blickt auf eine Zeit zurück, die er nur schwer in Worte fassen kann. Er spricht offen über die drastischen Spuren, die seine frühere Kokainsucht an seinem Körper hinterlassen hat. Im Podcast "Heretics with Andrew Gold" schildert der Frontmann von The Darkness vor allem die Schäden an seiner Nase. "Ich kann mich immer noch an den Geruch von Kokain erinnern. Und an das Taubheitsgefühl. Ich erinnere mich daran, wie Teile meiner Nase herausfielen. Ganze röhrenartige Stücke von, sozusagen, der Schleimhautstruktur kamen heraus", berichtet der Sänger. Seine Abhängigkeit hatte demnach schon begonnen, bevor die britische Band 2003 mit "I Believe In A Thing Called Love" ihren großen Durchbruch feierte. Im August 2006 begab sich der Sänger wegen seines Substanzmissbrauchs schließlich in eine Entzugsklinik und verließ seine Band. Heute lebt er nach eigenen Angaben seit rund 20 Jahren ohne Drogen und Alkohol.
Den Wendepunkt verbindet Justin mit einem Ereignis, über das er nur andeutungsweise sprechen möchte. "Da war etwas Schlimmes. Etwas wirklich Schlimmes ist passiert. Aber das ist das, was man wohl einen Weckruf nennt." Genauer möchte der Musiker nicht werden. Einige Erlebnisse seien derart verheerend gewesen, dass er nur beschönigend auf sie eingehen könne. "Es gibt Momente, in denen man Scham empfindet, in denen man andere Menschen verletzt hat", erklärt er. Welche Ausmaße sein Konsum angenommen hatte, hatte der Musiker bereits 2006 gegenüber The Sun offengelegt. Innerhalb von drei Jahren habe er mehr als 174.000 Euro für Kokain ausgegeben. Zeitweise seien es bis zu fünf Gramm am Tag gewesen. Zudem habe er vier Tage hintereinander mit Kokain und Alkohol gefeiert. Die Abhängigkeit habe jede seiner Entscheidungen beeinflusst. Alkohol habe er mit Kokain kombiniert, um länger wach zu bleiben. Selbst zu Terminen mit wichtigen Plattenfirmen sei er berauscht erschienen und habe dort direkt nach Kokain gefragt.
Seinen Anfang nahm die Sucht in der Londoner Partyszene, wo Justin unter anderem Amy Winehouse (†27) und Pete Doherty (47) begegnete. Obwohl er Drogen anfangs abgelehnt habe, ließ er sich nach eigener Aussage schließlich von seinem konsumierenden Umfeld mitziehen. Der wachsende Erfolg von The Darkness und sein exzessives Verhalten hätten sich dabei gegenseitig verstärkt: Je auffälliger und skandalöser er vor Verantwortlichen der Plattenfirmen aufgetreten sei, desto interessanter habe die Band auf diese gewirkt. Fünf Jahre nach seinem Ausstieg kehrte der Sänger 2011 zu The Darkness zurück. Seine langjährige Abstinenz betrachtet er dennoch nicht als selbstverständlich. "Es geht immer nur um einen Tag nach dem anderen", betont er im Podcast "Heretics with Andrew Gold". Heute lebt der Musiker mit seiner Partnerin Désirée Mishoe und der gemeinsamen kleinen Tochter in der Schweiz.























