König Haralds letzter Gruß vor Tod galt einer 100-Jährigen
Als Kari Harestad Anfang September in ihren Briefkasten griff, fand sie dort ein Telegramm, das eigentlich für einen der schönsten Tage ihres Lebens gedacht war. Es gratulierte ihr zum 100. Geburtstag und trug die Unterschrift von König Harald V. (†89) Nur hatte der norwegische Monarch da bereits die Augen für immer geschlossen. Er starb am 28. August 2026. Kari wurde am 7. September hundert Jahre alt, zehn Tage nach seinem Tod. Damit wurde das Schreiben für sie zu einem Stück Zeitgeschichte, das sie nicht einfach weglegen will. "Ich finde, das war großartig, und ich möchte es einrahmen lassen", sagte die Norwegerin gegenüber Se og Hør. Schon bald soll der königliche Glückwunsch daher an einem gut sichtbaren Platz in ihrem Zuhause hängen.
Für sich behalten konnte Kari die Überraschung nicht. Noch mit dem Telegramm in der Hand griff sie zum Telefon und wählte die Nummer ihres Sohnes Hans Petter Harestad, um ihm von dem besonderen Brief zu erzählen. "Sie hat sich darüber gefreut, den Brief bekommen zu haben", schilderte Hans Petter gegenüber Se og Hør. Ungetrübt war die Freude allerdings nicht, denn der Mann, schließlich erreichten sie die Zeilen erst nach dem Tod ihres Absenders. "Es war traurig, aber so ist das Leben", sagte Kari dazu. Hinter dem Schreiben steckt ein alter norwegischer Brauch: Der König gratuliert persönlich jedem, der 100 Jahre alt wird. In seiner Regierungszeit setzte Harald seinen Namen unter Tausende solcher Telegramme. Das für Kari gehört zu den letzten, die er noch selbst unterzeichnet hatte.
Am 28. August um 6:35 Uhr endete das Leben von König Harald V. Der 89-Jährige starb friedlich im Rikshospitalet in Oslo. Ganze 35 Jahre lang hatte er auf dem norwegischen Thron gesessen. Viele Norweger schätzten ihn wegen seiner warmen, zugänglichen Art und sahen in ihm eine Art Großvater der Nation. Die Trauer beschränkte sich nicht auf sein Heimatland. Auch König Charles III. (77) äußerte sich öffentlich zum Tod seines "Cousins" und würdigte dessen langjähriges Wirken für Norwegen. Außerdem verwies Charles auf die enge Verwandtschaft, die die beiden Königshäuser seit Generationen zusammenhält. Zur Trauerfeier erschien Charles jedoch nicht. Als Repräsentanten des britischen Königshauses reisten Prinz William (44) und Prinzessin Anne (76) an.






















