Cristiano Ronaldo wirft Nationaltrainer Wortbruch vor

Cristiano Ronaldo wirft Nationaltrainer Wortbruch vor

- Anna Pejsek
Lesezeit: 3 min
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Cristiano Ronaldo (41) hat sich mit schweren Vorwürfen gegen Portugals Nationaltrainer Jorge Jesus zu Wort gemeldet. In einem ausführlichen Statement auf Instagram erklärte der Kapitän, warum er das Trainingslager der Nationalmannschaft in Kopenhagen vor dem Nations-League-Spiel gegen Dänemark vorzeitig verlassen hat: Der Coach habe aus seiner Sicht gleich zweimal sein Wort gebrochen. Der erste Vorfall habe sich beim Spiel gegen Norwegen am 27. September ereignet. Jorge habe ihm einen Einsatz von 30 Minuten zugesagt. Der Fußballstar habe sich deshalb ab der Halbzeit aufgewärmt, sei jedoch nicht eingewechselt worden. Wenige Tage später habe der Coach versprochen, die Hintergründe bei einer Pressekonferenz öffentlich richtigzustellen. Dabei sei er aber von der zuvor mit Cristiano abgestimmten Darstellung abgewichen. Trotz seines Abgangs macht der 41-Jährige deutlich, dass er seine Laufbahn in der Nationalmannschaft nicht beendet. Nach einer möglichen Sperre wolle er wieder für Portugal auflaufen, sofern er fit sei und bei seinem Klub spiele. Für die Zukunft kündigte Cristiano zudem ein oder mehrere Abschiedsspiele an.

Begonnen habe die Auseinandersetzung laut Ronaldo bereits nach Jorges Amtsantritt im Juli. In Gesprächen sei es um seine Einsätze gegen Wales, Norwegen und Dänemark gegangen. Der Trainer habe zunächst vorgeschlagen, dass er die beiden Auswärtsspiele auslasse – eine Sonderbehandlung, die der Kapitän nach eigenen Angaben abgelehnt habe. Zum geplatzten Kurzeinsatz gegen Norwegen schrieb er auf Instagram: "Ich wärmte mich ab der Halbzeit auf, sah die Minuten verstreichen und wurde nie aufgerufen. Der Nationaltrainer hatte sein Wort nicht gehalten." Nach einer Aussprache hätten beide acht Punkte für Jorges Pressekonferenz vereinbart. Der Coach sollte demnach klarstellen, dass die Einsatzplanung von ihm ausgegangen und das lange Aufwärmen ohne Einwechslung ein Fehler gewesen sei. Vor den Medien sei Jorge dann jedoch ungewohnt aggressiv und überheblich aufgetreten. Einen Streit hatte er am 30. September zurückgewiesen und Cristianos Nichtberücksichtigung als Trainerentscheidung bezeichnet. Den Fehler beim Aufwärmen räumte er allerdings ein. Cristiano entschuldigte sich bei seinen Teamkollegen und den portugiesischen Fans für seinen Abschied aus dem Trainingslager.

Einer der enttäuschten Zuschauer saß übrigens auf einem besonders prominenten Platz: Prinz Vincent (15) war am 1. Oktober eigens ins Kopenhagener Parken-Stadion gekommen, voller Vorfreude auf den portugiesischen Superstar. Dass der gar nicht auflaufen würde, nahm der junge Däne noch mit Verständnis hin. Für die komplette Abreise hatte er mit Blick auf die vielen angereisten Fans allerdings weniger Nachsicht – und nannte das Verhalten egoistisch. Ronaldo setzt dieser Kritik nun seine eigene Begründung entgegen: Nicht eine taktische Entscheidung oder fehlende Einsatzzeit allein hätten ihn dazu bewegt, seine Sachen zu packen, sondern der aus seiner Sicht wiederholte Vertrauensbruch. Die fachlichen und taktischen Entscheidungen seines Trainers habe er dagegen nie infrage gestellt.

Cristiano Ronaldo wärmt sich als Einwechselspieler vor Norwegen gegen Portugal in der Uefa Nations League im Ullevaal Stadion auf
Getty Images
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Jorge Jesus reagiert während des Nations-League-Spiels Portugal gegen Norwegen in Porto
Getty Images
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Spieler beim Aufwärmen vor dem WM-Spiel Portugal gegen Usbekistan in Houston
Getty Images
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Cristiano Ronaldo gegen Jorge Jesus: Auf wessen Seite steht ihr?