

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Influencerin Doc Alina
Für Alina Walbrun gibt es erneut unangenehme Schlagzeilen. Gegen die als Doc Alina bekannte Influencerin wird derzeit von der Staatsanwaltschaft München II ermittelt. Das bestätigte die Behörde gegenüber Focus. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Verdacht des Missbrauchs von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen. Konkret wird geprüft, ob sich die Podcasterin und Autorin nach ihrem dritten medizinischen Staatsexamen bereits als Ärztin bezeichnet hat, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Approbation besaß. Diese staatliche Zulassung ist erforderlich, um den Arztberuf ausüben und die entsprechende Berufsbezeichnung führen zu dürfen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Alina die Approbation damals noch nicht erhalten haben. Anlass für die Ermittlungen ist offenbar eine Aussage, die sie am 17. Mai in einer Folge ihres Podcasts "Optimize" machte. Ob tatsächlich ein strafbares Verhalten vorliegt, ist bislang nicht geklärt. Für die Influencerin gilt die Unschuldsvermutung.
In der betreffenden Podcastfolge hatte Alina voller Begeisterung über ihren erfolgreichen Studienabschluss gesprochen. "Ja, ich bin seit Dienstag offiziell Ärztin. Ich kann es nicht glauben. Ich glaube, ich habe einen neuen schönsten Tag in meinem Leben. Und zwar den 12. Mai 2026. An dem Tag bin ich Ärztin geworden. Das ist einfach surreal", freute sich die Medfluencerin damals in "Optimize". Genau diese Äußerung ist nun offenbar Gegenstand der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Die Behörden prüfen, ob Alina mit ihrer Aussage die geschützte Berufsbezeichnung unberechtigt verwendet haben könnte. Denn laut Medienberichten soll ihr die notwendige Approbation am 12. Mai noch nicht vorgelegen haben. Zu den aktuellen Vorwürfen hat sich die Social-Media-Bekanntheit bislang nicht öffentlich geäußert. Die Ermittlungen beziehen sich ausschließlich auf die mögliche unzulässige Verwendung der Berufsbezeichnung und stehen nicht im Zusammenhang mit dem früheren Skandal um die erfundene Krankheit PVNH.
Bereits im Juli hatte Alina wegen einer fragwürdigen Werbekooperation für Aufsehen gesorgt. Damals war sie auf eine Aktion des YouTubers und Investigativjournalisten Marvin Wildhage (30) hereingefallen. Dieser hatte gemeinsam mit seinem Team eine angebliche Erkrankung namens "Post-Viral Nose Hypersensitivity" erfunden und dazu sowohl ein fiktives Pharmaunternehmen als auch ein vermeintlich medizinisches Trainingsgerät ins Leben gerufen. Mit dem Experiment wollte Marvin überprüfen, wie sorgfältig Medfluencer die Inhalte bezahlter Werbepartnerschaften kontrollieren. Alina bewarb die frei erfundene Krankheit und erweckte dabei den Eindruck, selbst darunter zu leiden. Nachdem die Aktion öffentlich geworden war, gestand sie ein, den medizinisch klingenden Begriff nicht ausreichend überprüft und irreführende Aussagen darüber gemacht zu haben. Seither ist es auf ihren Social-Media-Profilen ruhig geworden. Ihr bislang letztes TikTok-Video erschien am 17. Juli. Zuvor hatte sie mit Beiträgen über medizinische Themen, aktuelle Trends und einen ausgewogenen Lebensstil zeitweise Millionen Menschen erreicht.




















