Medfluencerin erzählte Lüge: Drohen rechtliche Konsequenzen?
Alina Walbrun, besser bekannt als Doc Alina, hat Fehler eingeräumt – und steht nun möglicherweise vor ernsthaften rechtlichen Konsequenzen. Die Medfluencerin war in eine Falle des Comedians und YouTubers Marvin Wildhage (30) getappt: Er hatte eine vollständig erfundene Krankheit namens Postvirale Nasale Hypersensibilität (PVNH) erdacht und im Namen einer fiktiven Pharmafirma Influencer angefragt, dafür Werbung zu machen. Alina biss an – und sprach in einem Beitrag sogar so über die Diagnose, als stamme sie aus ihrem Medizinstudium. Gegenüber Bild räumte sie ihren Fehler ein: "Den konkreten Krankheitsbegriff habe ich nicht ausreichend überprüft und später so darüber gesprochen, als sei er mir aus dem Studium bekannt gewesen. Das war falsch und irreführend." Sie habe sich zu sehr auf "das professionell wirkende Auftreten der vermeintlichen Firma und die medizinisch plausiblen Symptome verlassen", so die Influencerin weiter. Für ihren Fehler gebe es "keine gute Rechtfertigung".
Die vereinbarte Gage von 3.800 Euro soll Marvin auf Alinas Bitte hin an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen spenden – und sie selbst versprach, dieselbe Summe noch einmal draufzulegen. Was die Influencerin möglicherweise stärker beschäftigen dürfte als das Geld: Rechtsanwalt Christian Solmecke (52) skizzierte gegenüber der Zeitung das mögliche Ausmaß der rechtlichen Folgen. "Wer diese besondere Glaubwürdigkeit für irreführende Werbezwecke missbraucht, verstößt eklatant gegen die ärztliche Berufsordnung", erklärte er mit Blick auf das Vertrauen, das Alina durch ihr abgeschlossenes Medizinstudium in der Öffentlichkeit genießt. Der Anwalt führte weiter aus: "Das theoretische Spektrum der Konsequenzen reicht hier von formellen Rügen und Geldbußen durch die Ärztekammer bis hin zum äußersten Mittel: dem Entzug der Approbation durch die Behörden wegen Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit. Hinzu kommen wettbewerbsrechtliche Abmahnungen und Unterlassungsklagen."
Marvin hatte mit seinem Streich enthüllt, dass Alina in dem Werbevideo sogar Symptome ergänzte, die nicht einmal im Briefing des Scheinunternehmens standen. Das LMU-Klinikum München hatte daraufhin öffentlich reagiert und sich von der Medfluencerin distanziert. Alina selbst betonte gegenüber Bild, dass ihr Ausscheiden aus dem Klinikum regulär mit dem Abschluss ihrer medizinischen Ausbildung geendet habe: "Mein Ausscheiden hatte weder disziplinarische Gründe noch stand es im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall."








