"Trainierter Seelöwe": Prinz Christian bekommt harte Kritik
Kurz vor seinem 21. Geburtstag am 15. Oktober wagte Prinz Christian (20) einen Schritt, den er bislang vermieden hatte: Er gab sein erstes großes Interview. Das Gespräch mit der dänischen Tageszeitung Politiken erschien am 10. Oktober und drehte sich unter anderem um seinen Wehrdienst, den Umgang mit öffentlicher Aufmerksamkeit und seine künftige Rolle als König von Dänemark. Doch nicht alle waren anschließend überzeugt. Königshaus-Kommentatorin Trine Villemann kritisierte gegenüber Ekstra Bladet, dass Christian als Privatmensch kaum greifbar geworden sei. Ihr Vergleich fiel deutlich aus: "Der Kronprinz wirkt in meinen Augen eher wie ein gut trainierter Seelöwe, der alle Antworten auswendig gelernt hat, als wie ein junger Mensch aus Fleisch und Blut mit Träumen, Hoffnungen und Visionen." Ihr Fazit: "Auf mich wirkt es sehr unpersönlich. Das Königshaus verspielt eine einmalige Chance, dass die Dänen dem Menschen, der eines Tages unser König sein wird, wenigstens ein wenig näherkommen können."
Aus Sicht der Kommentatorin hätte das Gespräch an mehreren Stellen persönlicher werden dürfen. Themen wie Gaming, Umwelt oder psychische Gesundheit hätten ihrer Meinung nach mehr über den jungen Thronfolger verraten können. Gleichzeitig schließt sie nicht aus, dass diese Zurückhaltung bewusst gewählt wurde. Der Palast müsse schließlich immer abwägen, wie viel persönliche Nähe sinnvoll ist, ohne die royale Distanz ganz aufzugeben. Ganz anders bewertet Königshaus-Experte Lars Hovbakke das Interview. Gerade Christians Eingeständnis, vor dem Wehrdienst und seiner späteren Rolle als König nervös zu sein, habe ihn menschlicher wirken lassen. "Das Überraschendste ist, dass er nervös ist, König zu sein und zu werden. Das ist natürlich klar, aber es macht ihn menschlich, dass er das sagt. Denn das wäre ja jeder, wenn er wüsste, dass er eines Tages König sein würde", erklärte Lars gegenüber B.T.. Auch Christians Aussage, dass er auf öffentliche Aufmerksamkeit am liebsten verzichten würde, sie aber als Teil seiner Rolle akzeptiere, wertet Lars positiv. Für ihn zeigt sich darin eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Umsicht. Das Interview sei damit zwar kontrolliert geblieben, habe aber dennoch kleine Einblicke in Christians Gefühlswelt gegeben.
Zustande kam das Gespräch übrigens erst nach längerem Anlauf. Der Militärredakteur von Politiken hatte bereits zu Christians Wehrdienstantritt 2025 um ein Interview gebeten und zunächst eine Absage erhalten. Erst im Sommer 2026 kam schließlich grünes Licht. Dass Christian eines Tages Dänemark regieren wird, begleitet ihn seit seiner Kindheit. Seine Eltern haben ihn über Jahre auf diese Aufgabe vorbereitet. Wirklich greifbar fühlt sich der Gedanke für ihn dennoch nicht an. Seiner späteren Rolle blickt er nach eigenen Worten mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität entgegen. Wie er mit unbekannten Herausforderungen umgeht, zeigte sich zuletzt beim Militär. Auch dort habe er gelernt, Neues auszuprobieren und es Schritt für Schritt auf sich zukommen zu lassen.

























