Nach langem Sterbeprozess stirbt Richard David Prechts Vater
Richard David Precht muss einen schweren Verlust verkraften: Sein Vater Hans-Jürgen Precht ist im Alter von 93 Jahren gestorben. In seinem Podcast "Lanz + Precht" machte der Autor und Philosoph die traurige Nachricht nun gemeinsam mit Markus Lanz (57) öffentlich. Demnach verstarb sein Vater Hans-Jürgen in der Woche vor der Aufzeichnung der besagten Episode nach einem sehr langen Leidensweg. Er litt an Demenz und verlor im Laufe der Zeit immer mehr seiner Erinnerungen. Trotz der schweren Krankheit konnten sich Vater und Sohn aber bis ganz zum Ende austauschen. Die vielen Monate des Abschiednehmens nutzten die beiden für sehr intensive und tiefgehende Gespräche.
Wie genau sich die Demenz bemerkbar machte, erzählte der Autor im Podcast anhand eines klaren Beispiels: Sein Vater wusste manchmal schon kurz darauf nicht mehr, was er morgens gegessen hatte. Seiner geistigen Schärfe tat das allerdings keinen Abbruch. Bis zum Schluss hatte Hans-Jürgen einen absolut klaren Verstand, war sich seiner eigenen Situation vollkommen bewusst und konnte jedes Wort problemlos verstehen. Besonders liebevoll erinnert sich der Philosoph an den Charakter seines Vaters – einen Menschen, dem "fast alle schlechten menschlichen Eigenschaften fern waren". Über dessen Beliebtheit und den friedlichen Abschied sagte er: "Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat. Und deswegen ist er auch ganz aufgeräumt gegangen – auch im Frieden mit sich und im Frieden mit der Welt."
Traurig ist der Tod seines Vaters für Richard David allemal – tragisch findet er ihn angesichts des hohen Alters und eines erfüllten Lebens allerdings nicht. Wie er mit dem Verlust umgeht, erklärte er ebenfalls in "Lanz + Precht": "Ich glaube, dass die Trauer, die man in dem Moment empfindet, eher mit einem selbst zu tun hat als mit dem geliebten Menschen, der gegangen ist." Der Schmerz betreffe aus seiner Sicht also vor allem diejenigen, die zurückbleiben. "Dann ist das traurig, aber es ist nicht traurig für denjenigen, der geht", führte der Buchautor aus. Genau diese Trennung zwischen dem eigenen Schmerz als Hinterbliebener und der eigentlichen Situation des Sterbenden gibt ihm die Kraft, den Verlust seines Vaters zu verkraften.
























