Songleaks: Ex-Mitarbeiter von Eminem drohen fünf Jahre Haft
Es ist der Albtraum eines jeden Künstlers, wenn die eigene Arbeitsstätte zum Ort des Verrats wird. Joseph Strange, der von 2007 bis 2021 im Studio von Eminem (54) in Detroit angestellt war, hat vor einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Michigan ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er räumte ein, seine Privilegien vor Ort schamlos ausgenutzt und mehrere strafbare Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben. Über Jahre hinweg kopierte er noch unveröffentlichte Musikstücke, um diese im Internet gewinnbringend zu veräußern. Die entwendeten Aufnahmen wurden insgesamt mehr als acht Millionen Mal gestreamt. Für den 48-Jährigen hat dieser Vertrauensbruch nun drastische Konsequenzen: Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Das finale Strafmaß soll laut Rolling Stone am 27. Januar 2027 verkündet werden.
Aufgeflogen war die Sache im Januar 2025, als andere Mitarbeitende bemerkten, dass eigentlich unter Verschluss gehaltene Songs im Internet angeboten wurden. Die eingeschalteten Bundesermittler des FBI spürten daraufhin mehrere Käufer auf, die Joseph übereinstimmend als Quelle identifizierten – ein Abnehmer soll allein 50.000 US-Dollar, also rund 45.000 Euro, für das Material gezahlt haben. Insgesamt sicherte sich der frühere Mitarbeiter den Zugriff auf circa 300 Titel sowie Notizen – darunter der nie erschienene Disstrack "Smack You" gegen Ja Rule (50) und Suge Knight (61). Die Behörden beziffern den Gesamtschaden auf etwa 750.000 US-Dollar, umgerechnet rund 668.000 Euro, und verurteilten das Vorgehen aufs Schärfste, da Joseph ein besonderes Vertrauensverhältnis missbraucht habe. Während weitere Vorwürfe im Rahmen des Schuldbekenntnisses fallengelassen wurden, betonte sein Anwalt, dass sein Mandant die volle Verantwortung für sein Handeln übernimmt.
Der Musiker, der bürgerlich Marshall Bruce Mathers III heißt, schützt mit seinem juristischen Durchgreifen nicht nur sein musikalisches Werk, sondern auch das persönliche Fundament seiner Identität als Eminem und Slim Shady. Dass hinter dem Entstehen dieser legendären Kunstfigur eine sehr persönliche Anekdote steckt, verriet der 54-Jährige kürzlich im Magazin The Source: Die zündende Idee zu dem eigenwilligen Alter Ego kam ihm einst auf der Toilette. Direkt im Anschluss machte er sich daran, die passenden Reime zu verfassen. Aus diesem spontanen Einfall entwickelte sich schließlich jene Kunstfigur, die seine Karriere und sein öffentliches Auftreten bis heute maßgeblich prägt.

























