Vorstand nennt wahre Gründe für Thorsten Legats Trainer-Aus
Kaum hat sich der Staub um Thorsten Legats (57) kurzes Intermezzo auf der Trainerbank des FC Germania Mallorca gelegt, schon liefert Vereinspräsident Amir Aziz die amtliche Mängelliste für die Arbeit des Realitystars an der Seitenlinie nach. Wenngleich der Verein die Demission des ehemaligen Bundesligaprofis offiziell als einvernehmlichen Schritt darstellt, wird im RTL-Interview deutlich, dass das Fundament hinter den Kulissen zuvor gewaltig bröckelte: "Die Mannschaft hat nicht mehr zu 100 Prozent an den Trainer geglaubt", stellt Amir unverblümt klar und verweist neben taktischen Fehleinschätzungen vor allem auf Thorstens berühmt-berüchtigte Ansprachen. Der 57-Jährige könne ordentlich "auf den Deckel hauen" und vergreife sich dabei gern im Ton. Das sei eine "sehr direkte und grobe Art und Weise", mit der schlicht "nicht jeder Mensch, nicht jeder Spieler zurecht" komme. Bedauerlicherweise sei das Feedback der einzelnen Kicker diesbezüglich "durchweg das Gleiche" gewesen, so Amir.
Mit einer Bilanz von drei Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen – gekrönt von einer 2:4-Pleite gegen Cala d'Or – geriet das ambitionierte Saisonziel der Mallorquiner unter Thorstens Führung rasch ins Wackeln. Da der Klub nach der Hinrunde zwingend unter den besten sechs Teams rangieren muss, um überhaupt die Aufstiegsrunde einzutüten, zog die Führungsriege lieber heute als morgen die Notbremse. "Lieber zu früh als zu spät", begründet Aziz die plötzliche Entscheidung, während Thorsten nach der jüngsten Niederlage primär sein Team öffentlich in die Pflicht genommen hatte. Ein kompletter Abschied vom selbst mitgegründeten Klub steht für den Realitystar allerdings nicht auf dem Zettel: Als Gesellschafter bleibt Thorsten dem FC Germania Mallorca erhalten und soll dem Verein künftig als eine Art Manager mit seinen Kontakten unter die Arme greifen. Laut Amir sei es trotz der sportlichen Watsche zu keinem persönlichen Bruch gekommen: "Die Entscheidung haben wir alle gemeinsam getroffen."
An der Seitenlinie übernimmt vorerst der bisherige sportliche Leiter und Spieler Bastian Müller als Interimslösung das Kommando, während die Klubführung im Hintergrund einen Nachfolger sucht. Die Anforderungen an den neuen Mann auf der Kommandobrücke: Neben taktischem Feingefühl und nachweisbarem sportlichem Erfolg steht vor allem die "soziale Komponente" ganz oben auf dem Wunschzettel. Gesucht wird offenbar ein Trainer, der einen besseren Draht zu den Spielern findet und für den gewaltfreie Kommunikation kein Fremdwort ist. Bis der neue Hoffnungsträger präsentiert wird, darf sich Thorsten nun vom Managersessel aus ansehen, wie sein Interims-Nachfolger die Talente ganz ohne Schocktherapie in die Aufstiegsrunde führen soll.
























