Schwer kranker Lars von Trier bricht nun sein Schweigen
Lars von Trier (70) spricht offen darüber, wie sehr seine Erkrankung mittlerweile seinen Alltag bestimmt. Acht Jahre nach seinem bislang letzten Film "The House That Jack Built" berichtet Lars von Trier in einem Ausstellungsfilm seiner Tochter Agnes Trier über seinen Gesundheitszustand. Die Aufnahmen entstanden für die von ihm kuratierte Ausstellung "Descendant". Darin schildert der 70-Jährige die Folgen seiner Parkinson-Erkrankung und seine starken Angstzustände. "Es fällt mir schwer, mich für irgendwas zu begeistern", räumt der Däne ein. Außerdem fühle er sich schrecklich und von Ängsten zerfressen. Die gesundheitlichen Probleme wirken sich offenbar auch auf seine Arbeit aus. Ob und wann Lars sein bereits geplantes Filmprojekt After tatsächlich umsetzen kann, ist derzeit ungewiss. Damit könnte die lange Pause des Filmemachers weiter andauern. Seit der Veröffentlichung von "The House That Jack Built" im Jahr 2018 hat er keinen weiteren Kinofilm herausgebracht.
Seine Parkinson-Diagnose hatte Lars bereits 2022 öffentlich gemacht. Darüber hinaus leidet der Filmemacher schon länger unter Ängsten, Phobien und Depressionen. In dem Video wird deutlich, wie schwer es ihm angesichts dieser Belastungen inzwischen fällt, seinem eigenen künstlerischen Schaffen noch Bedeutung beizumessen. Ganz von seinen Filmen losgelöst ist er dennoch nicht. "Natürlich möchte ich, dass sie Teil meines Vermächtnisses sind", erklärt Lars in den veröffentlichten Aufnahmen über einige seiner Werke. Gleichzeitig relativiert er deren Stellenwert mit bedrückenden Worten: "Angesichts all des Leids [...] bedeutet das alles gar nichts." Auch sein bislang nicht realisiertes Projekt "After" soll sich mit existenziellen Fragen beschäftigen. Der geplante Film handelt vom Leben und vom Tod, wobei vor allem das mögliche Leben nach dem Tod im Mittelpunkt stehen soll. Ob Lars die Arbeit daran wieder aufnehmen kann, bleibt angesichts seines Gesundheitszustands weiterhin offen.
Lars zählt zu den bekanntesten, aber auch kontroversesten europäischen Regisseuren der vergangenen Jahrzehnte. Gemeinsam mit Thomas Vinterberg (57) verfasste er das Manifest "Dogma 95", dessen Regeln einen rohen und reduzierten Realismus im europäischen Kino fördern sollten. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören "Dancer In The Dark", "Dogville" und "Antichrist". In seinen Werken setzt er sich immer wieder kompromisslos mit Themen wie Schuld, Sexualität, Gewalt und moralischen Grenzsituationen auseinander. Einen Oscar hat der dänische Regisseur bislang nicht gewonnen. Für sein Schaffen wurde er jedoch vielfach ausgezeichnet und auch bei den Filmfestspielen von Cannes geehrt, wie Filmstarts berichtet. Dort gewann "Dancer In The Dark" im Jahr 2000 die Goldene Palme. Bereits zuvor war Lars für "Breaking The Waves" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet worden. Auch mehrere seiner weiteren Produktionen liefen im Wettbewerb des renommierten Festivals.























