Russell Brands vier Opfer schildern Gewalt und Demütigung

Russell Brands vier Opfer schildern Gewalt und Demütigung

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min
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Russell Brand (51) muss sich auf eine harte Strafe gefasst machen. Der britische Schauspieler und Comedian wurde wegen der Vergewaltigung einer Frau und sexueller Übergriffe auf drei weitere Frauen schuldig gesprochen. Am kommenden Montag soll das Strafmaß verkündet werden. Schon vorher werden die erschütternden Aussagen bekannt, die die vier Betroffenen vor Gericht gemacht haben. Sie berichten von Gewalt, Ekel und Demütigung. Demnach soll Russell ihre Aufforderungen, aufzuhören, ignoriert haben. Die Taten liegen bereits viele Jahre zurück: Sie geschahen in den 2000er-Jahren an verschiedenen Orten in London. Damals war der Brite auf dem Höhepunkt seiner Bekanntheit.

Eine der Frauen lernte Russell 2004 oder 2005 kennen, als sie beim Radiosender Choice FM arbeitete. Vor Gericht sagte sie laut der britischen Zeitung Express aus, er sei auf sie gesprungen und habe sie am ganzen Körper angefasst. Sie beschrieb ihn dem Blatt zufolge als "gewalttätig und rasend". Danach habe sie sich "schmutzig und angewidert" gefühlt. Eine weitere Betroffene war 21 Jahre alt, als sie den Comedian im Februar 2009 nach seiner Show im Hammersmith Apollo traf. In seiner Garderobe hatten die beiden zunächst einvernehmlichen Sex. Bei einem zweiten Treffen in seinem Haus in Hampstead soll er sie dann anal vergewaltigt haben. "Ich fühlte mich völlig erniedrigt und so, als wäre ich wie ein Tier, wie ein Stück Fleisch behandelt worden", sagte sie laut Express und ergänzte: "Er hat mir wehgetan und mich verletzt. Und als ich ihn bat aufzuhören, tat er es nicht." Eine dritte Frau gab an, Russell habe ihr 2004 auf einer Party in Soho an die Brüste gefasst. Kurz zuvor habe sie sein "wahnsinniges Grinsen" gesehen. Das vierte Opfer wurde 2009 in einem Aufnahmestudio angegriffen, in dem Russell an einem Projekt für Channel 4 arbeitete. Seine Mitarbeiter hätten verlangt, dass sie ihn massiere. Dann habe er seinen Kopf in ihren Schoß gedrückt. Das habe sie "so abgestoßen", zitiert sie das Blatt.

Insgesamt hatten sechs Frauen gegen Russell ausgesagt. Von zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen sowie dem Vorwurf eines versuchten unsittlichen Angriffs wurde er freigesprochen. Nachdem die ersten Anschuldigungen öffentlich geworden waren, meldeten sich weitere Frauen bei der Polizei. Die Staatsanwaltschaft prüft laut Express derzeit, ob daraus zusätzliche Anklagen entstehen könnten. Der leitende Ermittler Andy Furphy würdigte in einer Mitteilung der Metropolitan Police den "außergewöhnlichen Mut, die Widerstandskraft und die Entschlossenheit" der Frauen. Trotz enormer Aufmerksamkeit von Medien und Öffentlichkeit hätten sie sehr persönliche und traumatische Erlebnisse noch einmal durchleben müssen. "Brand nutzte seinen Einfluss, seinen Status und seinen Ruhm, um Frauen nachzustellen und sie auszubeuten. Mit seiner Bekanntheit wuchs auch sein Anspruchsdenken", erklärte der Ermittler und ergänzte: "Ich hoffe, diese Verurteilung sendet eine klare Botschaft: Niemand steht über dem Gesetz, ganz gleich, wie berühmt oder mächtig er sein mag." Russell gehörte einst zu den bekanntesten Stand-up-Comedians Großbritanniens. Auch als Radio- und TV-Moderator sowie als Hollywoodschauspieler war er erfolgreich.

Russell Brand trifft am Southwark Crown Court ein, London, 14. Oktober 2026
Getty Images
Russell Brand trifft am Southwark Crown Court ein, London, 14. Oktober 2026
Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
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Russell Brand bei seiner Ankunft vor Gericht in London, Oktober 2026
Russell Brand verlässt am 21. Oktober 2026 das Southwark Crown Court in London
Getty Images
Russell Brand verlässt am 21. Oktober 2026 das Southwark Crown Court in London