Der ehemalige Fußballnationalspieler Christoph Metzelder (39) soll im Rahmen der Ermittlungen, die wegen des Verdachts des Besitzes und der Weitergabe von kinderpornographischen Inhalten gegen ihn geführt wurden, ein Geständnis abgelegt haben. Das ging aus einer Mitteilung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf hervor, die am Nachmittag veröffentlicht wurde. Demnach soll Metzelder zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft, Kinderpornographie besessen und an drei Frauen geschickt zu haben, gegenüber der Staatsanwaltschaft jedenfalls ein Teilgeständnis abgelegt haben.

In dem Beschluss des Verwaltungsgerichts heißt es: "Das in der Anklageschrift vom 27. August 2020 wiedergegebene Ermittlungsergebnis beruhte u.a. auf der geständigen Einlassung des Antragstellers, der Aussage einer Zeugin sowie sichergestellten Bilddateien." Nach eigenen Angaben haben die Ermittler dabei 297 Kinder- und Jugendporno-Dateien auf dem Handy des ehemaligen Fußballprofis gefunden. Zwischen Juli und September 2019 soll Metzelder drei Frauen 29 entsprechende Bild- und Videodateien über WhatsApp geschickt haben. Öffentlich hat Metzelder zu den Vorwürfen stets geschwiegen.

Der Zeitpunkt der Nachricht kommt überraschend. Ursprünglich wollte Metzelder mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht erreichen, dass dem Amtsgericht Düsseldorf untersagt wird, im Rahmen von Presseinformationen – wie am 4. September in einer Pressemitteilung geschehen – Auskünfte über sein Strafverfahren zu erteilen. Die zuständige Kammer entschied aber nach Abwägung zwischen der Informationsfreiheit der Presse und dem Persönlichkeitsschutz Metzelders anders – indem es dem öffentlichen Interesse Vorrang gab. Die angefochtene Pressemitteilung darf also einschließlich der Nennung des Namens von Metzelder weiter verbreitet werden.

Zur Entscheidung heißt es: "Mit diesem Bestand an Beweistatsachen hatte sich der Tatverdacht mit Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens folglich so weit erhärtet, dass eine Nennung des ohnehin schon durch die Medienberichterstattung bekannten Namens auch unter diesem Gesichtspunkt erfolgen durfte." Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft besteht gegen Metzelder ein hinreichender Tatverdacht. Das Amtsgericht wird die Vorwürfe nun prüfen und entscheiden, ob nach seiner Auffassung ein solcher Tatverdacht besteht.

Offen bleibt, wie umfassend das Geständnis ausgefallen ist – also ob er alle ihm vorgeworfenen Taten zugegeben hat oder nur Teile. Darüber gaben Staatsanwaltschaft, Amtsgericht und auch Metzelders Anwälte selbst auf Anfrage des Spiegel bislang keine Auskunft. Der 39-Jährige kann jetzt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen.

Nach wie vor gilt zugunsten von Metzelder die Unschuldsvermutung. Auch wenn die Staatsanwaltschaft überzeugt sein sollte, dass er die angeklagten Taten begangen hat, wird die Wahrheit erst feststehen, nachdem das Gericht die Anklage zugelassen und Metzelder rechtkräftig verurteilt hat. Solange ist er unabhängig von einem möglichen Geständnis unschuldig.

Christoph Metzelder, Fußballer
Bieber, Tamara; ActionPress
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Getty Images
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