

Diesen Zuschauerliebling setzt Netflix nach einer Staffel ab
Netflix hat nun überraschend die Serie "Boots" nach nur einer Staffel abgesetzt, obwohl sie bei Publikum und Kritikern gleichermaßen sehr beliebt war. Die queere Coming-of-Age-Serie, die am 9. Oktober dieses Jahres startete, basiert auf dem Buch "The Pink Marine" von Greg Cope White. Sie erzählt die Geschichte des jungen Cameron Cope, dargestellt von Miles Heizer, einem frustrierten, noch nicht geouteten Teenager, der sich in den 1990er-Jahren gemeinsam mit seinem besten Freund Ray McAffey, gespielt von Liam Oh, bei den US-Marines einschreibt. Und das in einer Zeit, in der offen homosexuelle Menschen in der US-Armee verboten waren. Auf Rotten Tomatoes erhielt die Serie 90 Prozent Zustimmung. Laut Variety reichten die Aufrufzahlen aber offenbar nicht aus, um eine zweite Staffel zu rechtfertigen.
Ursprünglich habe es große Pläne für eine Fortsetzung gegeben, wie Hauptdarsteller Miles zuvor noch in einem Interview mit dem Branchenmagazin ausführte. Er beschrieb die Serie als idealen Rahmen für die Erzählung weiterer persönlicher und geschichtlicher Ereignisse aus der Zeit im Militär, einschließlich der "Don’t Ask, Don’t Tell"-Regelung und deren Auswirkungen. (Anm. d. Red.: "Don't Ask, Don't Tell" bezieht sich auf die Regelung der Clinton-Regierung, laut der US-Soldaten wegen ihrer versteckten Homo- oder Bisexualität nicht diskriminiert werden durften, allerdings durften eben auch keine offen homosexuellen und bisexuellen Personen im US-Militär dienen.) Staffel zwei hätte den Golfkrieg thematisiert, eine inhaltliche Erweiterung, die laut Forbes über die Romanvorlage hinausgegangen wäre. Die hohen Produktionskosten, die mit solch einer aufwendigen Darstellung einhergingen, könnten eine zu große Hürde gewesen sein.
Miles, der bereits in der erfolgreichen Netflix-Serie Tote Mädchen lügen nicht mitspielte, hatte seine Hoffnung auf eine längere Laufzeit von "Boots" gesetzt: "Ich würde es zehn Staffeln lang machen, wenn man uns ließe", erklärte er damals noch begeistert in dem Interview mit Variety. Er betonte die Bedeutung und das Potenzial derartiger queerer Geschichten, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Auch das Buch von Greg Cope White, dessen autobiografische Erlebnisse die Grundlage der Serie bilden, fand in der LGBTQ-Community viel Anerkennung. Die Entscheidung von Netflix, die Serie so abrupt zu beenden, dürfte daher bei den Fans und Beteiligten für Enttäuschung sorgen.








