

Levi Penell wurde beim Zocken von Pädophilen ausgenutzt
Social-Media-Star Levi Penell (25) blickt in der Talkshow "Deep und deutlich" auf eine bittere Erfahrung zurück, die ihn bis heute nicht loslässt. Im zarten Alter von 13 Jahren suchte er beim Zocken Halt, nachdem ihn die Schule zum Außenseiter gemacht hatte. Die Gaming-Welt schien Schutzraum und Zuflucht zugleich, doch genau dort geriet er an ältere Männer, die seine Einsamkeit erkannten und gezielt ausnutzten. Aus freundlichen Chats wurden Grenzüberschreitungen, aus Aufmerksamkeit entwickelte sich eine perfide Dynamik, inklusive anzüglicher Nachrichten und Dick-Pics. Schließlich schickte Levi im Tausch gegen ein Spiel selbst ein leicht bekleidetes Bild von sich – ein Moment, der ihn bis heute verfolgt. "Das ist was, wofür ich mich total lange auch geschämt habe“ , erzählt er ehrlich. Was als digitale Plauderei begann, entwickelte sich für den Jugendlichen zu einer Situation, der er emotional kaum gewachsen war. Der vermeintlich sichere Rückzugsort entpuppte sich als gefährliches Terrain – mit Folgen, die weit über diese Zeit hinausreichen.
Rückblickend beschreibt Levi ein Muster, das erschreckend vertraut klingt: erst Nähe, dann Manipulation. "Die haben meine Notsituation ausgenutzt, dass ich Computer gespielt habe und dass es das Einzige war, was ich hatte", sagt er offen. Die Kontakte wirkten anfangs interessiert, verständnisvoll, fast fürsorglich. Doch die Tonlage kippte. Anzügliche Nachrichten, sexuelle Anspielungen, schließlich explizite Bilder. In dieser Spirale verlor der Teenager schrittweise das Gefühl für Grenzen. "Ich habe damals nicht gecheckt, dass sie vor allem an meinem Körper interessiert waren." Heute ordnet er die Ereignisse anders ein. Nach intensiver Therapie sei ihm klar geworden, dass die Scham die Seite wechseln muss. "Es ist mir immer noch unangenehm, aber ich glaube, es ist wichtig, darüber zu sprechen", erklärt Levi.
Der Weg in die Online-Welt hatte eine schmerzhafte Vorgeschichte. In der Schule fühlte sich Levi, der heute für seine starke Meinung bekannt ist, systematisch ausgegrenzt – ein Satz traf ihn besonders hart. Ein Mitschüler behauptete, der gesamte Jahrgang halte ihn für "den Hässlichsten". Heute erinnert er sich: "Das war ein Moment, wo für mich eine Welt zerbrochen ist." Von da an wuchs das Gefühl, unsichtbar und zugleich ständig beobachtet zu sein. Er saß allein, hoffte auf Gesellschaft, fürchtete den Pausengong. Um nicht aufzufallen, zog er sich zurück, versteckte seine Einsamkeit hinter stiller Routine. Computerspiele boten zunächst Trost und Zugehörigkeit – Avatare statt Klassenzimmer, Headset statt Schulbank. Doch ausgerechnet dort, wo Gemeinschaft lockte, wartete die nächste, viel größere Gefahr, vor der er heute andere Jugendliche warnen möchte.





