

14 Jahre Knast für Ex-Spandau-Ballet-Sänger Ross Davidson
Ross Davidson, der als Sänger der britischen Kultband Spandau Ballet bekannt wurde, ist in London zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Wood Green sprach ihn laut BBC in insgesamt acht Anklagepunkten schuldig, darunter Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung. Der 37-Jährige, der auch unter seinem Künstlernamen Ross William Wild bekannt ist, hatte zwischen August 2013 und Dezember 2019 sechs Frauen sexuell missbraucht – teilweise während diese schliefen – und die Übergriffe dabei gefilmt. Der Richter John Dodd hielt ihm vor, er habe sich "Frauen gegenüber auf eine vollkommen schändliche Art und Weise verhalten", während seine Bühnen- und Musikkarriere gleichzeitig auf ihrem Höhepunkt war.
Der gebürtige Schotte wurde in zwei getrennten Prozessen verurteilt. Im Juli 2024 befand ihn das Gericht der Vergewaltigung, zweifacher sexueller Nötigung und Voyeurismus für schuldig. Im Januar 2026 folgte eine weitere Verurteilung wegen Vergewaltigung in London sowie versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Thailand. Einen Voyeurismus-Vorwurf gestand er selbst. Laut Staatsanwalt Richard Hearnden wurden die Videos aufgenommen, als die Frauen "so tief schliefen, dass sie nicht aufzuwecken waren". Die Opfer erfuhren von den Übergriffen erst, als die Polizei sie informierte. Während seine Opfer im Gerichtssaal von ihren Erlebnissen und dem anhaltenden Trauma berichteten, saß Davidson auf der Anklagebank und las ein Buch.
Ross hatte sich 2018 der Besetzung von Spandau Ballet angeschlossen und war zudem in dem Queen-Musical "We Will Rock You" im West End zu sehen. Der Richter betonte, dass er das Vertrauen seiner Opfer "missbraucht" habe. Fünf der betroffenen Frauen waren bei der Urteilsverkündung anwesend. Eine von ihnen äußerte sich im Anschluss gegenüber der BBC: "Ross zur Rechenschaft zu sehen, ist ein wichtiger Moment für mich, und ich hoffe, dass es andere, die Ähnliches erlebt haben, ermutigt, sich zu melden und Unterstützung zu suchen." Eine andere ergänzte: "Über sexuelle Gewalt zu sprechen, ist nicht leicht. Ich hoffe, dass ich durch mein Vorgehen gezeigt habe, dass es möglich ist, gehört zu werden und dass das, was passiert ist, eine Rolle spielt." Ross wurde zusätzlich auf Lebenszeit ins Sexualstraftäterregister eingetragen und untersteht einer gerichtlichen Präventionsanordnung zum Schutz vor sexuellem Missbrauch.




