

Marti Fischer ehrlich: Er nennt sich "trockenen Alkoholiker"
Marti Fischer (35) öffnet in einem neuen Podcast-Interview eine sehr persönliche Seite von sich. Im ARD-Format "Deutschland3000 mit Eva Schulz", das inzwischen auch auf YouTube zu sehen ist, spricht der Musiker und Content Creator offen über seine Vergangenheit mit Alkohol und seine heutige Sicht darauf. In dem Gespräch erzählt Marti, wie sich der vermeintlich harmlose Konsum nach Feierabend nach und nach steigerte – vom entspannten Bier bis hin zu immer stärkeren Getränken. Dabei macht er klar, dass er sich selbst inzwischen als trockenen Alkoholiker bezeichnet und genau so auch über seine Geschichte sprechen möchte. Gleichzeitig richtet er deutliche Worte an alle, die Alkohol unterschätzen.
Im Podcast erinnert sich Marti daran, wie alles mit einem Feierabendbier begann – und sich langsam verselbstständigte. "Das ging halt los mit einem Feierabendbier, oder zwei, oder drei. Oder einer Dose von diesem vorgemischten Gin Tonic, oder zwei, oder drei – irgendwann reicht auch das nicht mehr aus", schildert er im Talk mit Eva Schulz. Er erzählt, dass es Zeiten gab, in denen er trotz knapper Kasse Kleingeld zusammenkratzte, um sich noch eine Flasche Wodka zu kaufen. Heute zieht er ein klares Fazit: "Ich würde sagen, ich bin ein trockener Alkoholiker." Dass einige Menschen aus seinem Umfeld diese Einschätzung nicht teilen, macht er ebenfalls deutlich: "Manche, mit denen ich darüber gesprochen habe, würden auch sagen, du warst jetzt kein Alkoholiker, du warst nicht alkoholkrank. Ja, doch. Doch, ich war süchtig danach." Wichtig ist ihm auch eine Botschaft an die Allgemeinheit: Alkohol sei ein Gift, dessen Folgen viele zwar kennen, aber oft verdrängen.
Persönliche Offenheit ist für Marti kein Neuland. Der Netzstar spricht in dem Podcast nicht nur über seine Alkoholsucht, sondern auch über seinen Umgang mit ADHS und die Herausforderungen, die ihn im Alltag begleiten. "Man sagt ja manchmal, ADHS ist eine Superkraft. Das stimmt auch. Manchmal ist es dein größter Gegner und ein unheimliches Arschloch", erklärt er und betont, wie sehr es helfe, die eigene Diagnose anzunehmen. Auch auf der Bühne hat Marti zuletzt viel erlebt: Beim ESC-Vorentscheid trat er im Duo Ragazzki mit seinem Kollegen David "Miirtek" Starosciak an. Zwar reichte es knapp nicht fürs Finale, doch die Erfahrung auf der großen Bühne war für den Musiker ein wichtiger Meilenstein.




