

Körperwelten-Schöpfer Dr. Gunther von Hagens (81) ist tot
Große Trauer um Dr. Gunther von Hagens (†81): Der berühmte Anatom und Schöpfer der legendären "Körperwelten"-Ausstellungen ist am 24. Juli 2026 im Alter von 81 Jahren verstorben. Das teilten seine Familie und das Institut für Plastination in Heidelberg nun öffentlich mit – die Pressemitteilung liegt Promiflash vor. Mit seiner Erfindung der Plastination, die er 1977 entwickelte, revolutionierte Gunther den Blick in den menschlichen Körper und machte Anatomie für Millionen Menschen auf der ganzen Welt hautnah erlebbar. Seit dem Start der "Körperwelten" strömten mehr als 58 Millionen Besucher in seine Ausstellungen – nun trauern Ehefrau, Kinder, Wegbegleiter und Fans weltweit um den Pionier.
In dem Statement des Instituts würdigt seine Ehefrau und langjährige Kuratorin Dr. Angelina Whalley das Lebenswerk des Mediziners. "Gunther wollte den Menschen den Blick unter die Haut ermöglichen – nicht aus Sensationslust, sondern aus der tiefen Überzeugung heraus, dass Wissen über den eigenen Körper zu einem bewussteren, gesünderen und verantwortungsvolleren Leben beitragen kann", erklärt Angelina laut Mitteilung. Sein Sohn Rurik von Hagens hebt in demselben Schreiben vor allem den unbändigen Forschergeist seines Vaters hervor: "Mein Vater war ein Mensch, der nie akzeptierte, dass Grenzen unverrückbar sind. Er hat Anatomie aus dem geschlossenen Raum der Fachwelt in die Mitte der Gesellschaft gebracht." Trotz schwerer Krankheit blieb Gunther bis zuletzt eng mit seinem Lebenswerk verbunden, das nun von Familie und Team weitergeführt werden soll. Ein besonderer Wunsch des Verstorbenen: Auch sein eigener Körper soll nach dem Tod plastiniert werden – seine Angehörigen werden diesem Wunsch nachkommen.
Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 im heutigen Polen geboren und wuchs in der DDR auf. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wurde er inhaftiert, ehe er später in die Bundesrepublik gelangte und Medizin studierte. Sein weiterer Lebensweg war geprägt von unkonventionellem Denken und dem festen Willen, Anatomie aus der Abgeschiedenheit des Seziersaals zu holen. Die von ihm erfundene Plastination bildet heute an vielen Universitäten und im von ihm gegründeten Plastinarium in Guben die Grundlage für die Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern. Ein zentrales Element seines Schaffens war immer die Körperspende – die Exponate der "Körperwelten" stammen von Menschen, die zu Lebzeiten bewusst entschieden haben, nach ihrem Tod zur Aufklärung über den Körper beizutragen. Ihnen galt die besondere Dankbarkeit des Anatomen, der die Begegnung mit dem Inneren des Menschen als Dienst an Bildung, Wissenschaft und Öffentlichkeit verstand. Seine Familie bittet nun darum, in dieser Zeit der Trauer ihre Privatsphäre zu respektieren.






