"Erlebe nichts Neues mehr": Jörg Knör beendet seine Karriere
Nach rund 50 Jahren auf der Bühne macht Jörg Knör (67) Schluss – und das offenbar mit einem breiten Lächeln. Der Comedian und Parodist verriet der Bild, dass er sich vom Rampenlicht verabschiedet und diesen Schritt als echte Befreiung empfindet. Der Grund? Ihm fehlt schlicht der Kitzel. "Ich erlebe nichts Neues mehr, wenn ich weitermache, ich gehe auf die Bühne und langweile mich ein wenig über mich selbst", erklärte der Entertainer gegenüber dem Blatt. Wer ihn noch einmal live sehen möchte, sollte sich also sputen: Im Rahmen seiner Abschiedstournee "SIMPLY MY BEST! – Das große Finale." stehen bis Ende 2026 nur noch wenige Termine an. Der allerletzte Vorhang fällt am 28. Dezember 2026 in der Empore in Buchholz in Niedersachsen. Danach ist Feierabend – zumindest, was die großen Säle betrifft.
Ein Schnellschuss aus lauter Frust ist der Rückzug allerdings nicht. Jörg beschreibt seinen Entschluss als bewusst und klar – sein bisheriges Künstlerleben vergleicht er mit einem Anzug, der einfach zu eng geworden ist und deshalb aussortiert gehört. Wie erleichtert er über das nahende Karriereende ist, brachte er mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: "Die Promi-Parodie kann jetzt mal weg von der Speisekarte." Auch der Blick auf die verbleibende Lebenszeit spielt eine Rolle. "In der Sanduhr ist nicht mehr so viel Sand", stellte der Komiker nüchtern fest. Komplett in den Ruhestand verabschieden will er sich aber nicht: Der Wahlhamburger möchte künftig seine Autobiografie voranbringen und deutlich mehr Zeit in seine Arbeit als Zeichner stecken. Auch seine sogenannten "Knörikaturen" sollen mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Vor allem aber soll ein Mensch nach dem Bühnen-Aus mehr Raum bekommen: seine dritte Ehefrau Kerstin, mit der er seit 2014 verheiratet ist. Was Jörg sich für den neuen Lebensabschnitt wünscht, formulierte der Parodist charmant und knapp: "Gut gelaunt, gemeinsam zu verwelken." Damit endet eine Laufbahn, die schon begann, als andere Komiker noch Hausaufgaben machten: Bereits 1975 stand Jörg mit gerade einmal 15 Jahren in Rudi Carrells (†71) Show "Am laufenden Band" vor der Kamera. Zwei Jahre später wurde er beim WDR zum damals jüngsten Fernsehansager Europas. Der ganz große Ruhm kam dann durch seine Prominentenparodien: Udo Lindenberg (80), Karl Lagerfeld (†85), Dieter Bohlen (72) oder Helmut Kohl (†87) – kaum eine bekannte Stimme war vor ihm sicher. Bis Ende 2026 dürfen sie alle noch einmal auf die Bühne, danach heißt es Abschied nehmen.








