

Sarah Wiener trauert um ihre Stiefmutter Ingrid Wiener
Sarah Wiener muss einen schweren Verlust verkraften: Ihre Stiefmutter, die Künstlerin Ingrid Wiener, ist am vergangenen Donnerstag, dem 1. Oktober 2026, verstorben. Einen Tag später wäre sie 84 Jahre alt geworden. Die traurige Nachricht wurde vom Museum für Angewandte Kunst und der Charim Galerie bekannt gegeben. Für Sarah war Ingrid weit mehr als ein Familienmitglied – die Verstorbene war eine prägende Bezugsperson, die der Köchin mit ihrem selbstbestimmten Lebensweg immer wieder Mut machte und für sie ein großes Vorbild war.
Ingrid hinterlässt ein ungewöhnlich vielseitiges Lebenswerk: Sie arbeitete als Weberin, malte, fotografierte und schuf Collagen. Daneben schrieb sie mit ihren legendären Berliner Lokalen auch ein Stück Gastronomiegeschichte. Zwischen Kunst und Küche bewegte sie sich über Jahrzehnte hinweg völlig selbstverständlich. Diese Haltung übertrug sich auch auf ihre Stieftochter. Wie sehr Ingrid sie beeinflusst hatte, machte Sarah bereits 2019 in Carolin Würfels Porträtbuch "Ingrid Wiener und die Kunst der Befreiung" deutlich. "Ingrid Wiener war für mich ein großes Vorbild und hat mir durch ihren Lebensweg Mut gemacht. Ihre Küche ist wie sie selbst: leichtfüßig, unprätentiös, kreativ", hieß es dort von der TV-Köchin.
Schon als junge Frau setzte sich Ingrid über gesellschaftliche Konventionen hinweg. Sie brach das Gymnasium ab und besuchte später eine Textilschule, wo sie sich mit der Künstlerin Waltraud Höllinger anfreundete. Ingrid bewegte sich in der österreichischen Nachkriegsavantgarde und webte unter anderem Gobelins für Dieter Roth und Friedensreich Hundertwasser. Nach dem Tod von Konrad Bayer heiratete sie Sarahs Vater Oswald. Für Sarah ist es bereits der zweite schwere Abschied innerhalb der Familie: Im April 2025 war ihre Mutter Lore Heuermann verstorben. Sie litt an Demenz und wurde von ihrer Tochter bis in die letzte Lebensphase begleitet.




















