

"Doctor Who" vor radikalem Neustart bei der BBC
Die BBC stellt ihre Kultserie Doctor Who komplett neu auf. Für Staffel 16 sucht der Sender in einem offenen Wettbewerb nach einer Produktionsfirma, die der britischen Sci-Fi-Serie eine frische kreative Vision verpasst. Aus den BBC-Ausschreibungsunterlagen, die Deadline vorliegen, geht hervor, dass die neuen Folgen nach aktueller Planung 2028 oder 2029 erscheinen sollen. Das Konzept soll dafür sorgen, dass die Kultserie "relevant, überraschend, mutig und inspirierend für langjährige Fans und ein neues Publikum" bleibt. Der Schritt folgt auf einen großen personellen Umbruch: Showrunner Russell T Davies und die Produktionsfirma Bad Wolf verabschieden sich, und auch die Koproduktion mit Disney ist beendet. Auch Ncuti Gatwa (33) wird nicht noch einmal in die Rolle des Doktors schlüpfen. Wer seine Nachfolge antritt, ist bislang nicht entschieden.
Kreativ lässt der Sender den Bewerbern viel Raum. Denkbar ist sowohl eine durchgehende Handlung als auch eine Staffel mit abgeschlossenen Geschichten. Auch die Zahl der Episoden und ein klassisches Showrunnermodell sind nicht vorgeschrieben, einzelne Episodenautoren sollen während der Produktion aber zum Einsatz kommen. Optisch soll "Doctor Who" filmisch, eigenständig und ambitioniert wirken und auf dem internationalen Markt überzeugen. Jedes Konzept muss mindestens eine Begleitfigur für den Doktor enthalten und Abenteuer in historischen Epochen, fernen Zukünften, außerirdischen Welten sowie auf der heutigen Erde ermöglichen. Spannung und gruselige Momente bleiben erwünscht, müssen aber weiterhin für ein breites Familienpublikum geeignet sein. Erste Vorschläge sind bis zum 2. Oktober 2026 einzureichen. Gespräche mit den ausgewählten Bewerbern sind laut Deadline für Januar 2027 geplant, der Produktionsvertrag soll im März 2027 vergeben werden. Drittfinanzierungen sind grundsätzlich möglich, BBC Studios bleibt für Vertrieb, Lizenzen, Konsumprodukte sowie digitale und immersive Angebote verantwortlich.
Hinter den Kulissen stößt die Ausschreibung offenbar nicht nur auf Begeisterung. Vier von Deadline befragte britische Dramaproduzenten äußerten deutliche Vorbehalte. Ein Knackpunkt sei, dass die beauftragte Firma keine Rechte an der bekannten Marke erhalten würde. Gleichzeitig könnte die aufwendige Serie enorme Mengen an Geld, Zeit und kreativer Energie verschlingen. Einige zweifelten zudem an der Finanzierung nach dem Ende des Disney-Deals und daran, ob der Doktor noch ein junges Publikum erreicht. Ein ranghoher Produzent nannte das Projekt eine reizvolle Chance – und gleichzeitig einen möglichen Ressourcenfresser. "Line of Duty"-Produzent Simon Heath bekundete gegenüber Radio Times hingegen offen Interesse.





















