Kinderpornografie: Jurassica Parka bekommt Bewährungsstrafe
Kinderpornografie: Jurassica Parka bekommt BewährungsstrafeImagoZur Bildergalerie

Kinderpornografie: Jurassica Parka bekommt Bewährungsstrafe

- Theresa Neureuter
Lesezeit: 2 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin ist heute das Urteil gegen Dragqueen Jurassica Parka (46) gefallen: zehn Monate Haft auf Bewährung wegen des Besitzes kinder- und jugendpornografischer Inhalte. Wie dpa und RTL berichten, legte die Kunstfigur, bürgerlich Mario Olszinski, im Prozess ein Geständnis ab. Rechtskräftig ist die Entscheidung noch nicht. Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Durchsuchung der Berliner Wohnung im Juli 2025. Dabei stellten Ermittler auf elektronischen Datenträgern 131 kinderpornografische Videos mit einer Gesamtlänge von mehr als fünf Stunden sowie 28 entsprechende Bilder sicher. Hinzu kamen weitere Videodateien mit jugendpornografischem Material. Das Gericht fand deutliche Worte für die Tragweite der Taten: Die Dragqueen habe damit "eine Industrie unterstützt, die unsägliches Leid für Kinder verursacht".

Im Gerichtssaal zeigte sich die Kunstfigur reumütig. "Ich bin bestürzt im Nachhinein", sagte Jurassica Parka und sprach von großer Scham. "Tiefer und dunkler war ich nie", hieß es weiter. Als Hintergrund der Taten nannte die Dragqueen eine Suchterkrankung. Damals habe sie "den ganzen Tag getrunken, komplett die Kontrolle verloren". Durch das eigene Handeln sei auch die über zwei Jahrzehnte aufgebaute Karriere als Bühnenkünstler zu Ende gegangen. Zudem kündigte Jurassica Parka an, sich in Therapie begeben zu wollen. Die Vorsitzende Richterin erkannte eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den Ursachen der Taten und stellte deshalb eine positive Prognose. Der Staatsanwalt hatte elf Monate Haft auf Bewährung gefordert, die Verteidigerin stellte keinen konkreten Antrag.

Es ist nicht das erste Verfahren dieser Art für die Dragqueen: Bereits im Oktober 2023 hatte das Amtsgericht Tiergarten wegen des Verbreitens kinderpornografischer Inhalte eine Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 70 Euro gegen sie verhängt, die rechtskräftig wurde. Nur wenige Tage vor der Durchsuchung im Juli 2025 hatte Jurassica Parka noch im Berliner Theater des Westens auf der Bühne gestanden und die Polizeibenefizgala "Gemeinsambunt" moderiert. Dort wurden Spenden für queere Betroffene von Hasskriminalität gesammelt. Nach Angaben der Berliner Polizei lagen ihr und den weiteren Veranstaltungspartnern damals keine Hinweise auf die Verdachtsfälle vor. Bei der anschließenden Durchsuchung beschlagnahmten die Ermittler unter anderem ein iPhone, Laptops und externe Festplatten. Nachdem die neuen Ermittlungen bekannt geworden waren, zog sich Jurassica Parka aus der Öffentlichkeit zurück. Zuvor galt die Kunstfigur als eine der bekanntesten Dragqueens Berlins.

Jurassica Parka bei der Premiere von Ku'damm 59 – Das Musical im Stage Theater des Westens, Berlin, Mai 2024
Imago
Jurassica Parka bei der Premiere von Ku'damm 59 – Das Musical im Stage Theater des Westens, Berlin, Mai 2024
Jurassica Parka bei der Premiere von "Romeo & Julia – Liebe ist alles" im Stage Theater des Westens, Berlin, 19.03.2023.
Imago
Jurassica Parka bei der Premiere von "Romeo & Julia – Liebe ist alles" im Stage Theater des Westens, Berlin, 19.03.2023.
Jurassica Parka, Simon Webbe, Micaela Schäfer, Julian F. M. Stoeckel, Kader Loth und Yvonne Woelke, November 2023
Imago
Jurassica Parka, Simon Webbe, Micaela Schäfer, Julian F. M. Stoeckel, Kader Loth und Yvonne Woelke, November 2023
In diesem Artikel