Harvey Weinstein muss für weitere 15 Jahre ins Gefängnis

Harvey Weinstein muss für weitere 15 Jahre ins Gefängnis

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Harvey Weinstein (74) muss erneut für viele Jahre hinter Gitter: Ein Gericht in New York verurteilte den einstigen Hollywoodproduzenten zu 15 Jahren Haft. Die Strafe folgt auf seinen erneuten Schuldspruch wegen einer kriminellen sexuellen Handlung an der früheren "Project Runway"-Assistentin Miriam Haley. Sie hatte ausgesagt, der einstige Hollywoodproduzent habe sie 2006 in seiner Wohnung in Manhattan zum Oralverkehr gezwungen und trotz ihrer Gegenwehr auf einem Bett festgehalten. Vor Gericht beteuerte Harvey weiterhin seine Unschuld, entschuldigte sich aber in allgemeiner Form für sein Verhalten. "Ich bin kein perfekter Mensch. Aber ich bin ein Mensch, der Fehler gemacht hat", erklärte er laut einem von Deadline verbreiteten Gerichtsstatement. Die Auseinandersetzung mit den Ereignissen seit 2017 habe ihm vor Augen geführt, wie negativ sich sein früheres Verhalten auf andere ausgewirkt habe. Der 74-Jährige sitzt bereits seit 2020 in Haft. Diese Zeit soll voraussichtlich auf die nun verhängte New Yorker Strafe angerechnet werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte 20 Jahre Haft und anschließend fünf Jahre Überwachung gefordert. Harveys Verteidigung plädierte wegen seines schlechten Gesundheitszustands hingegen für neun Jahre, während gesetzlich bis zu 25 Jahre möglich gewesen wären. Seine erste Verurteilung in New York und die damalige Haftstrafe von 23 Jahren waren 2024 aufgehoben worden. Das Berufungsgericht wertete die Aussagen weiterer Frauen im ursprünglichen Prozess als unzulässig. Im Wiederaufnahmeverfahren 2025 folgte im Fall Miriam der erneute Schuldspruch, von einem ähnlichen Vorwurf des früheren Models Kaja Sokola wurde Harvey dagegen freigesprochen. Im Anklagepunkt um Jessica Mann erzielten die Geschworenen keine einstimmige Entscheidung. Später wurde dieser fallengelassen, da Jessica nicht erneut aussagen wollte. Zusätzlich steht in Kalifornien eine 16-jährige Strafe im Raum, deren Höhe neu festgesetzt werden soll. Richter Curtis Farber will beide Haftstrafen nacheinander vollstrecken lassen. Ob es tatsächlich dazu kommt, muss jedoch die kalifornische Justiz entscheiden; ein Termin steht noch nicht fest.

Eine wichtige Rolle bei der Strafzumessung spielte Harveys Gesundheit. Der Produzent leidet unter Knochenmarkkrebs, chronischer myeloischer Leukämie und einer koronaren Herzkrankheit. Während seiner Inhaftierung auf Rikers Island musste er bereits mehrfach im Krankenhaus behandelt werden. Vor rund elf Wochen war bekannt geworden, dass er sich nach einem Herzversagen und einer Lungenentzündung auf der Krankenstation erholte. Damals konnte er zwar schon wieder selbstständig laufen, sein Herz wurde aber weiterhin rund um die Uhr per EKG überwacht. Sein Anwalt Jacob Kaplan erklärte nun, die Krebstherapie verschärfe die Herzprobleme und werde weitere Klinikaufenthalte erforderlich machen. Harvey bat das Gericht laut dem von Deadline verbreiteten Statement um Nachsicht: "Ich möchte außerhalb dieser Mauern leben. Ich bin kein gewalttätiger Mann. Ich bitte um Gnade." Sollte er freikommen, wolle er außerdem eine Stiftung gründen, die ehemalige Häftlinge bei ihrer Wiedereingliederung unterstützt.

Harvey Weinstein bei einer Anhörung am Strafgericht in Manhattan, Januar 2026
Getty Images
Harvey Weinstein bei einer Anhörung am Strafgericht in Manhattan, Januar 2026
Harvey Weinstein im Mai 2025
Getty Images
Harvey Weinstein im Mai 2025
Harvey Weinstein im Juni 2025
Getty Images
Harvey Weinstein im Juni 2025