Verleumdungsklage: Tyra Banks fordert Rohmaterial von Doku

Verleumdungsklage: Tyra Banks fordert Rohmaterial von Doku

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min
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Im Rechtsstreit um die Netflix-Dokureihe "Reality Check: Inside America's Next Top Model" geht Tyra Banks (52) in die Offensive. Wie das Magazin OK! berichtet, verlangt das Model vom Streamingdienst und den Produzenten die Herausgabe von umfangreichem Rohmaterial. Dazu gehört vor allem Tyras vollständiges Interview, das mehr als drei Stunden dauern soll. In der veröffentlichten Fassung seien daraus lediglich rund 16 Minuten verwendet worden. Zusätzlich fordert sie einen Einblick in die unveröffentlichten Aufnahmen von ihren früheren Weggefährten Miss J. Alexander und Jay Manuel sowie in die interne Kommunikation, die Drehbuchentwürfe, die redaktionellen Notizen und die Zuschauerzahlen. Mit diesen Unterlagen will Tyra nachweisen, dass ihre Aussagen gezielt ausgewählt und so zusammengeschnitten worden seien, dass ein falsches und rufschädigendes Bild von ihr entstanden sei. Netflix und die Produktionsfirmen weisen jedes Fehlverhalten zurück. Sie haben die Abweisung der Klage beantragt und argumentieren zudem, dass die weitreichenden Forderungen in der aktuellen Phase des Verfahrens verfrüht seien.

Medienanwältin Eldonie S. Mason, die nicht an dem Verfahren beteiligt ist, hält insbesondere die vollständigen Aufnahmen für bedeutsam. "Das unveröffentlichte Material ist wichtig, weil es dem Gericht das Ausgangsmaterial liefert, das es zur Beurteilung der endgültigen Schnittfassung benötigt", erklärt sie gegenüber dem Magazin. Anhand des Rohmaterials lasse sich demnach untersuchen, ob Antworten mit anderen Fragen verknüpft oder einschränkende Formulierungen entfernt wurden. Auch die Reihenfolge und die Gegenüberstellung einzelner Passagen könnten eine Aussage vermittelt haben, die vom gesamten Gespräch nicht getragen werde. Entscheidend sei, ob die Dokumentation den wesentlichen Inhalt bewahrt oder Tyras Worte so stark verändert habe, dass eine verleumderische Falschdarstellung entstanden sei. Da die Anträge auf Abweisung beziehungsweise Streichung einzelner Ansprüche noch anhängig sind, könnte das Gericht die Offenlegung der Medienanwältin zufolge jedoch zunächst auf gezielt benötigte Beweise beschränken und weitergehende Forderungen in dieser frühen Phase zurückweisen.

Tyra hatte ihre Klage am 13. Juni eingereicht. Im Zusammenhang mit der Dokumentarserie über "America's Next Top Model" wirft sie Netflix unter anderem Verleumdung durch Implikation, eine Darstellung in falschem Licht und Vertragsbruch vor. Im Mittelpunkt steht eine Passage über die frühere Kandidatin Shandi Sullivan, die in der Produktion von einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff berichtet. Nach Tyras Darstellung lässt die veröffentlichte Schnittfassung fälschlicherweise vermuten, sie könne sich nicht an Shandis Geschichte erinnern. Das komplette Interview soll hingegen genau das Gegenteil belegen. Die Unternehmerin beanstandet außerdem, dass bei Zuschauern durch die stark gekürzte Montage der Eindruck entstanden sei, sie habe von dem mutmaßlichen Vorfall gewusst und ihn vertuscht. Genau diesen Kontext möchte Tyra nun gerichtlich überprüfen lassen. Dafür sollen nicht nur ihre ungekürzten Aussagen, sondern auch das unveröffentlichte Material von Miss J. und die internen Produktionsunterlagen herangezogen werden. Ob sie sämtliche angeforderten Dokumente und Aufnahmen erhält, muss das zuständige Gericht entscheiden.

Tyra Banks, Model
Getty Images
Tyra Banks, Model
Tyra Banks, November 2025
Getty Images
Tyra Banks, November 2025
Tyra Banks, Model
Imago
Tyra Banks, Model
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