Königin Sonjas Titel als Königsmutter sorgt für Empörung

Königin Sonjas Titel als Königsmutter sorgt für Empörung

- Patricia Schlösser-Christ
Lesezeit: 3 min
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Königin Sonjas (89) neue Bezeichnung hat unter Royalexperten eine heftige Debatte ausgelöst. Das norwegische Königshaus bezeichnete Königin Sonja in einer Pressemitteilung zur Beisetzung von Prinzessin Astrid (†94) erstmals als "Königsmutter" – auf Norwegisch "kongemoren". Einige Royalexperten halten den neuen Titel für sprachlich und protokollarisch falsch. Zudem sehen sie darin eine problematische Verkürzung von Sonjas eigener jahrzehntelanger Rolle als Königin. Andere deuten die ungewöhnliche Wortwahl hingegen keineswegs als Fehler, sondern als kalkulierte Absicht – und damit als den ersten Vorboten einer ganz neuen Hofetikette.

Besonders deutlich wird der norwegische Königshausexperte Trond Norén Isaksen. Gegenüber Dagbladet erklärte er: "Es ist peinlich, weil es darauf hindeutet, dass sie die königlichen Titel nicht verstehen." Korrekt müsse es seiner Ansicht nach "Königinmutter" heißen. Die Regel sei eigentlich eindeutig: Zuerst stehe der eigene königliche Titel, erst danach folge die verwandtschaftliche Beziehung zum Monarchen. Als Beispiel führte Trond den verstorbenen dänischen Prinzen Henrik an. Dieser sei als "Prinzgemahl" bezeichnet worden: zuerst aufgrund seines eigenen Prinzentitels und anschließend wegen seiner Stellung als Ehemann der Monarchin. Auch die Schweizer Royalexpertin Flavia Schlittler sieht die neue Benennung kritisch. Nach ihrer Einschätzung wird Sonjas persönliche Geschichte dadurch zu stark auf ihre Mutterschaft reduziert. Die Königin werde schließlich nicht nur durch ihre familiäre Verbindung zum neuen König Haakon (53) geprägt, sondern auch durch ihre eigene lange Zeit an der Seite von König Harald (†89). "Sie nun über ihre Rolle als Mutter des Königs zu definieren, fühlt sich fast wie eine Reduzierung ihrer eigenen Geschichte an", gab sie zu bedenken.

In der Mitteilung zur Beisetzung von Prinzessin Astrid war Sonja konkret als "Königin Sonja, die Königsmutter" aufgeführt worden. Schon direkt im Anschluss an die Trauerfeier hatte diese Formulierung für Irritationen gesorgt. Der belgische Königshausexperte Wim Dehandschutter hält sie jedoch nicht für ein Versehen. Seiner Einschätzung nach handelt es sich um die erste praktische Anwendung einer neuen Hofetikette. Die Bezeichnung "Königsmutter" könne demnach eine klare Abgrenzung zur neuen Königin Mette-Marit (53) schaffen. Sonja bliebe zwar Königin, ließe sich durch den Zusatz aber eindeutig von ihrer Schwiegertochter unterscheiden. Genau darin liegt der Kern der Kontroverse: Für die einen ordnet der Hof die Rollen innerhalb der veränderten Königsfamilie lediglich neu. Für die anderen rückt Sonjas eigener Rang durch den Titel in den Hintergrund. Dagbladet hat hierzu eine ganz eigene Meinung. Aus Sicht des norwegischen Mediums sollte Sonja nicht über ihre familiäre Position als Mutter von König Haakon definiert werden. Schließlich engagiert sie sich seit Jahrzehnten eigenständig für Norwegen und brauche den neuen Titel daher nicht.

Königin Sonja grüßt nach der Beisetzung von König Harald V. am Königspalast in Oslo
Getty Images
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Königin Sonja von Norwegen bei der Treueeid-Zeremonie im Stortinget in Oslo
Getty Images
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Königin Sonj beim Seminar in der Osloer Bibliothek während des Belgien-Norwegen-Besuchs
Imago
Königin Sonj beim Seminar in der Osloer Bibliothek während des Belgien-Norwegen-Besuchs
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