Rosalie Thomass kritisiert Gewaltbilder im "Tatort"

Rosalie Thomass kritisiert Gewaltbilder im "Tatort"

- Anita Ehlert
Lesezeit: 3 min
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Noch bevor sie ihren ersten Fall als neue Franken-Tatort-Kommissarin löst, meldet sich Rosalie Thomass (39) mit deutlicher Kritik zu Wort. Im Podcast "Zwischen den Zeilen" von Bettina Böttinger (70) spricht die Schauspielerin darüber, dass Formate wie "Tatort" und "Polizeiruf" immer wieder verfolgte, misshandelte oder ermordete Frauen in den Mittelpunkt stellen. Dabei werde die Gewalt häufig aus der Perspektive des Täters erzählt. Ein Thema, das sie offenbar nicht erst seit ihrer Rollenzusage umtreibt: "Ich kann dir gar nicht sagen, wie lange ich mich da schon drüber aufrege", betont sie im Gespräch mit Bettina. Über die Art und Weise, wie Gewalttaten in Szene gesetzt werden, findet sie ebenfalls klare Worte. "Es ist grauenvoll, wie Gewalt an Frauen in einigen Medien dargestellt wird", erklärt sie in dem Podcast. Damit macht Rosalie bereits vor ihrem ersten Einsatz als Ermittlerin klar, dass sie gängige Bilder und Erzählweisen des Krimigenres kritisch betrachtet.

Die Wurzel des Problems sieht die Darstellerin im sogenannten "Male Gaze", also einem männlich geprägten Blick auf Frauen. Oft werde vorgeführt, wie ein Täter eine Frau beherrscht und sie durch seine Tat zum Opfer macht. Nach Ansicht der Schauspielerin sollten Filmschaffende sowohl solche Szenen als auch deren konkrete Umsetzung stärker hinterfragen. Gewalt müsse nicht zwingend im Bild zu sehen sein – sie ließe sich zum Beispiel auch allein über den Ton vermitteln. Im Podcast warnt Rosalie zudem davor, dass sich das Publikum an derartige Darstellungen gewöhnen könnte: "Wenn man etwas die ganze Zeit als Sehgewohnheit vorgesetzt bekommt, dann hinterfragt man das nicht." Auch der anhaltende Erfolg von True-Crime-Formaten lässt sie ratlos zurück. "Ich weiß gar nicht, warum wir das alle so gerne konsumieren. Weil die Realität ist ja, dass es jeden zweiten oder dritten Tag einen Femizid gibt", gibt die Schauspielerin gegenüber Bettina zu bedenken.

Ihr Debüt steht derweil schon fest: Am 25. Oktober 2026 ist Rosalie um 20:15 Uhr erstmals als Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber im Franken-"Tatort" in der ARD zu sehen. In ihrem ersten Fall ermittelt Emilia gemeinsam mit Felix Voss, der von Fabian Hinrichs (51) gespielt wird. Die neue Kommissarin wurde aus München nach Franken berufen und tritt die Nachfolge von Paula Ringelhahn an. Diese Figur wurde bislang von Dagmar Manzel (68) verkörpert. Emilia Rathgeber ist jünger als ihre Vorgängerin, deutlich temperamentvoller und geht offener auf andere Menschen zu. Damit bildet die Figur zugleich einen Gegenpol zu dem eher zurückhaltenden Felix Voss. Wie sich das neue Duo bei seinem ersten gemeinsamen Einsatz schlägt, können die Zuschauer in wenigen Wochen verfolgen.

Rosalie Thomass bei der Premiere von "Lügen über meine Mutter" in der Astor Film Lounge im Arri, München, 28.09.2026
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Rosalie Thomass bei der Premiere von "Lügen über meine Mutter" in der Astor Film Lounge im Arri, München, 28.09.2026
Rosalie Thomass bei der Premiere von "Lügen über meine Mutter" beim 34. Filmfest Hamburg im Cinemaxx Dammtor, 26.09.2026
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Rosalie Thomass bei der Premiere von "Lügen über meine Mutter" beim 34. Filmfest Hamburg im Cinemaxx Dammtor, 26.09.2026
Rosalie Thomass bei der Premiere von "Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise" im Mathäser Kino München am 11.09.2022
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Rosalie Thomass bei der Premiere von "Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise" im Mathäser Kino München am 11.09.2022
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