

Riccardo Simonetti zahlt, doch die Rechnung geht an Steven
Wenn Riccardo Simonetti (33) mit seinem Ehemann Steven essen geht, passiert regelmäßig dasselbe: Am Ende des Abends landet die Rechnung ganz automatisch bei Steven. Im Interview mit Gala erzählt der Entertainer von dieser Alltagserfahrung – und nimmt sie zum Anlass, starre Vorstellungen von Männlichkeit zu hinterfragen. Der Grund für diese Zuschreibung liegt für ihn auf der Hand: Steven trägt kurze Haare und einen Schnauzer und wirkt damit auf viele Menschen konventionell männlicher als Riccardo selbst, der mit langen Haaren und Make-up auftritt. Nur entspricht das eben nicht den Tatsachen, wie der Moderator schmunzelnd verrät: "Im Restaurant bekommt oft er die Rechnung, obwohl ich bezahle." Ein kleiner Moment mit großer Aussagekraft.
Für Riccardo zeigt diese Szene vor allem eines: Äußerlichkeiten bestimmen noch immer, welche Rolle Menschen innerhalb einer Partnerschaft zugeschrieben wird. Seine Kritik beschränkt sich deshalb nicht auf die Frage, wer im Restaurant bezahlt. Der Autor wirbt grundsätzlich für ein Männerbild, das mehr Raum für Offenheit und Verletzlichkeit lässt. "Wir müssen Jungs beibringen, dass es in Ordnung ist, über Gefühle zu sprechen. Niemand will einen Mann ohne Gefühle", betont er im Interview. Er selbst habe in seiner Kindheit das Glück gehabt, nie in eine Schublade gesteckt zu werden. Besonders sein Vater habe ihm alle Freiheiten gelassen. "Mein Vater kaufte mir sowohl Autos als auch Puppen und drängte mich nie in eine Ecke. Ich war sein Sohn – alles andere spielte für ihn keine Rolle", erinnert sich der Social-Media-Star. Diese Freiheit habe seinen Blick auf Geschlechterrollen und die Erwartungen geprägt, mit denen Jungen und Männer bis heute konfrontiert werden.
Passend zum Thema hat Riccardo erst vor wenigen Tagen sein neues Buch mit dem Titel "Wann ist ein Mann ein Mann?!" vorgestellt. Bei dem Termin im Berliner Ritz-Carlton zeigte er sich erstmals gemeinsam mit Steven vor der Presse. Normalerweise hält der Moderator seinen Ehemann konsequent aus der Öffentlichkeit heraus und gewährt kaum gemeinsame Einblicke. Steven hatte schließlich aus nächster Nähe miterlebt, wie das Projekt entstand, und den gesamten Schreibprozess begleitet. Das inzwischen fünfte Buch des Autors beschäftigt sich mit unterschiedlichen Vorstellungen von Männlichkeit und damit, wie gesellschaftliche Erwartungen das Leben von Männern prägen können.
























