YouTuberin Coldmirror distanziert sich von J.K. Rowling
Die YouTuberin und Medienkünstlerin Kathrin Fricke, besser bekannt als Coldmirror (41), kehrt der einst von ihr geliebten Harry Potter-Welt öffentlich den Rücken. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung nennt sie J.K. Rowlings (61) Haltung gegenüber Transmenschen und deren Äußerungen über Transrechte als entscheidenden Grund für ihre Abkehr. "Ich habe keine Liebe mehr für Harry. Ein Grundinteresse schon, aber ich kann das nicht mehr mit gutem Gewissen angucken", erklärt Kathrin dem Blatt. Damit meldet sich ausgerechnet eine der bekanntesten deutschen "Harry Potter"-Parodistinnen in der anhaltenden Kontroverse um die Autorin zu Wort. Über viele Jahre hinweg war Kathrins Karriere eng mit dem Franchise verknüpft – nun fällt ihr Urteil über die Schöpferin der Reihe deutlich aus. Sie macht deutlich, dass sich ihr persönlicher Blick auf die Geschichten durch J.K.s öffentliches Auftreten grundlegend verändert hat.
Den bewussten Schlussstrich zog die Internetbekanntheit bereits 2023, als sie ihren Podcast über "Harry Potter und der Stein der Weisen" beendete. "Was J.K. Rowling jetzt abzieht, das ist nicht mehr heimelig und schön und niedlich und magisch. Für mich ist das Thema durch", stellte sie gegenüber der Süddeutschen Zeitung klar. Kathrin kritisiert dabei nicht nur Äußerungen der Autorin, die sie als transfeindlich bewertet. Sie wirft J.K. außerdem vor, ihr Vermögen aktiv dafür einzusetzen, anderen Menschen das Leben schwer zu machen. Leicht sei ihr die Trennung von der Zauberwelt nicht gefallen: Nach eigener Aussage habe die Medienkünstlerin regelrecht um "Harry Potter" getrauert. Gleichzeitig betonte die Videokünstlerin, dass Fans das behalten dürften, was ihnen die Geschichten gegeben haben – die Kraft, die sie daraus gezogen haben, und die Freundschaften, die dadurch entstanden sind.
Dass die Entscheidung einen Bruch bedeutet, überrascht kaum: Für Kathrin war die Zauberwelt früher ein Rückzugsort in einer schweren Lebensphase. Jedes neue Buch und jeder neue Film habe ihr etwas gegeben, auf das sie sich freuen konnte. Ab 2006 wurde sie mit satirischen Neusynchronisationen der "Harry Potter"-Filme einem großen Publikum bekannt. Auch ihre kleinteilige Podcastanalyse des ersten Teils, an der sie rund acht Jahre arbeitete, verstand sie als große Liebeserklärung an das Franchise. J.K. Rowling steht unterdessen seit Jahren wegen ihrer Haltung zum biologischen Geschlecht und zu Transmenschen in nach Geschlechtern getrennten Räumen in der Kritik. Auch Filmstar Daniel Radcliffe ging bereits öffentlich auf Distanz zu der Autorin. Die Debatte betrifft längst nicht nur einzelne Prominente: Die neue HBO-Serie zu "Harry Potter" sah sich wegen Rowlings Beteiligung mit Boykottaufrufen von Fans konfrontiert, die reale Menschen über ihre Nostalgie stellen.


























