Falscher Bradley Cooper erbeutete fast 40.000 Euro von Fan
Drei Tage vor Weihnachten brach für Lorraine Moorhouse eine Welt zusammen. Die fünffache Mutter aus Trowbridge in Wiltshire saß mit ihren fünf Teenagern abfahrbereit zu Hause und wartete zwölf Stunden lang auf den Mann, den sie für Hollywoodstar Bradley Cooper (51) hielt. Er wollte die Familie zu einem Urlaub im Center Parcs in Longleat abholen. Er kam nie, stattdessen trudelten Nachrichten ein, er stecke im Stau. Erst an diesem Abend dämmerte ihr, dass sie rund zwei Jahre lang mit einem Liebesbetrüger geschrieben hatte. Der Schaden: knapp 40.000 Euro, verteilt auf Überweisungen, Geschenkkarten und Kredite, die auf ihren Namen liefen. Der echte Bradley ahnte nichts davon. Das Fest fiel entsprechend mager aus: ein winziger Tischbaum, Bohnen auf Toast. "Ich musste mich bei meinen Kindern dafür entschuldigen, Weihnachten ruiniert zu haben. Ich kam mir so dumm vor", sagte sie gegenüber The Sun.
Der Einstieg war harmlos: Lorraine schwärmte auf einer Fanseite vom Aussehen des Schauspielers. Prompt meldete sich ein gefälschtes Profil bei ihr und behauptete, das Management erlaube ihm, einzelne Fans direkt zu kontaktieren. Fortan chattete der Unbekannte täglich über Messenger und WhatsApp. Bereits am nächsten Tag überwies sie 4.500 Pfund (5.310 Euro) aus ihrer Scheidungsabfindung für ein Treffen in Paris, das wegen einer angeblichen Krankheit ausfiel. Anrufe und Videochats blockte er mit Sicherheitsvorschriften ab, lieferte aber ein Foto mit Widmung, einen Passscreenshot und Träume von Verlobung, Kindern und einem Haus. Später erfand er einen heimlichen Prozess samt gesperrten Konten. Zunächst flossen 4.000 Pfund (4.720 Euro), danach wiederholt 600 Pfund (708 Euro) sowie Geschenkkarten. Hatte sie Bedenken, konterte er laut The Sun mit: "Vertraust du mir nicht?" Nach dem geplatzten Urlaub räumte er ein: "Ich bin arm." Selbst ihr Auto verkaufte die Mutter. "Rückblickend schäme ich mich dafür, darauf hereingefallen zu sein, aber ich ließ mich einfach mitreißen", so Lorraine.
Seit der Trennung 2017 hatte Lorraine nur kurze Affären erlebt. Die Sehnsucht nach Geborgenheit, vermutet sie heute, habe der Betrüger gezielt ausgenutzt: Er inszenierte sich und sie als einsame Alleinerziehende, die trotz grundverschiedener Welten zueinanderfinden. Aus Angst vor Urteilen zeigte sie den Fall erst zwei Jahre danach an und landete bei Action Fraud. Soweit sie weiß, wurde niemand verurteilt. Die Bank ersetzte nichts, da sie das Geld freiwillig überwiesen hatte, außerdem tauchten Kredite mit ihren missbrauchten Daten auf. Heute ist sie Single und misstraut anderen. "Ich weiß, dass die Leute das lesen und mich verurteilen werden, aber ich habe beschlossen, der Welt zu erzählen, was passiert ist, damit niemand sonst denselben Fehler macht wie ich", sagte sie gegenüber The Sun. Bradley nimmt sie in Schutz: "Ich liebe den echten Bradley immer noch. Er hat nichts falsch gemacht."


























