Prinz Harry kämpfte nach Kanada-Umzug mit Depressionen

Prinz Harry kämpfte nach Kanada-Umzug mit Depressionen

- Marina Birner
Lesezeit: 3 min
Promiflash.de bei Google bevorzugenPromiflash.de bei Google bevorzugen

Prinz Harry (42) wird nachdenklich und reflektiert eine der schwierigsten Phasen seines Lebens. In einer sehr persönlichen "MasterClass"-Folge offenbart der Herzog von Sussex, wie sich eine depressive Episode nach seinem Umzug nach Kanada Ende 2019 abzeichnete. Damals war er gemeinsam mit seiner Frau Herzogin Meghan (45) und ihrem gemeinsamen Sohn Prinz Archie (7) ins Ausland gegangen. Nur wenige Tage nach der Ankunft habe sein Körper Warnsignale gesendet. "Als ich in Kanada war, weit weg von dem stressigen Umfeld, in dem mein Körper vermutlich einfach mit Adrenalin vollgepumpt war, erlebte ich innerhalb von zwei oder drei Tagen diesen Adrenalinabsturz – etwas, das ich noch nie zuvor erlebt hatte", erinnert er sich. Es habe sich so angefühlt, als bräuchte er Stress, um das Adrenalin zu bekommen, damit sein Gehirn funktioniere. "Ich rutschte tatsächlich für etwa zwei Wochen in eine Depression und hatte das Gefühl, ohne Adrenalin nicht funktionieren zu können." Die Folge wurde im Sommer 2026 in Kalifornien aufgezeichnet. Gemeinsam mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O'Connor erörtert Harry, welche Auswirkungen Trauer auf Gehirn und Körper hat.

Den Zusammenbruch bringt der Royal mit Traumata in Verbindung, die bis heute nachwirken: dem Tod seiner Mutter Prinzessin Diana (†36), die 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Harry war damals zwölf Jahre alt. "15, 20 Jahre lang lautete meine Antwort auf die Frage 'Geht es dir gut?': 'Mir geht es gut.' Es war Taubheit, ein emotionales Abschalten. Und ohne es zu wissen, trieb mich das Adrenalin an", erklärt er im Interview. Dieser innere Antrieb habe ihn mit 20 Jahren zum Militär geführt, das für ihn vor allem eine Ablenkung gewesen sei. Nach seinem zweiten Afghanistan-Einsatz 2013 sei ihm jedoch bewusst geworden, dass seine Erlebnisse ältere Wunden aufgerissen hätten. Diese seelische Erschöpfung habe auch körperliche Folgen nach sich gezogen: Er konnte es nicht mehr aushalten, wenn ihm ein Hemdkragen zu eng war. Es habe sich wie Ersticken angefühlt, sagt er. Obendrein bekam er auf Autofahrten zur Arbeit Panikattacken. "Und da wurde mir klar: 'Okay, da ist etwas Größeres, da ist noch etwas anderes, mit dem du dich befassen musst'", resümiert der zweifache Vater.

Der Aufenthalt in Kanada war Ende 2019 zunächst als längere Auszeit geplant. Weihnachten verbrachten Harry, Meghan und Archie dort – und nicht wie sonst üblich mit der Königsfamilie in Sandringham. Am 8. Januar 2020 folgte dann die Ankündigung, sich als ranghohe Royals zurückzuziehen. Nach Gesprächen mit Queen Elizabeth II. (†96), dem damaligen Prinzen Charles (77) und Prinz William (44) zog die Familie schließlich dauerhaft in die USA und ließ sich in Montecito nieder. Dort kam am 4. Juni 2021 das zweite Kind des Paares zur Welt: Prinzessin Lilibet Diana (5). Wegen der familiären Streitereien zwischen den Royals war zuletzt häufig zu lesen, wie es Harry in seiner neuen Heimat geht. So meldete News Nation im Sommer 2026 unter Berufung auf einen Freund, der Herzog fühle sich in Kalifornien zunehmend isoliert und sehne sich nach engen Vertrauten. Im Raum stand damals auch ein längerer gemeinsamer Aufenthalt mit Meghan in Großbritannien. Der Wunsch, zurückzukehren, wurde Ende August schließlich Realität. An ihrem Status als nicht arbeitende Mitglieder der Königsfamilie sollte sich dadurch nichts ändern.

Prinz Harry am 18. September 2026 in Birmingham, England
Getty Images
Prinz Harry am 18. September 2026 in Birmingham, England
Prinzessin Diana, Prinz Harry, Prinz William und König Charles III. im September 1995
Imago
Prinzessin Diana, Prinz Harry, Prinz William und König Charles III. im September 1995
Herzogin Meghan und Prinz Harry, August 2026
Instagram / meghan
Herzogin Meghan und Prinz Harry, August 2026
Harry bringt seine Krise mit dem Kanada-Umzug und alten Traumata in Verbindung: Findet ihr seine Erklärung nachvollziehbar?