Hunger und Schlafmangel: So hart war der "Blair Witch"-Dreh

Hunger und Schlafmangel: So hart war der "Blair Witch"-Dreh

- Promiflash Redaktion
Lesezeit: 3 min
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Dass "Blair Witch Project" bis heute so echt wirkt, lag nicht nur an den verwackelten Kamerabildern. Auch die Dreharbeiten selbst waren für Heather Donahue (51), Joshua Leonard (51) und Michael C. Williams (53) ziemlich hart. Acht Tage lang lebten die drei fast durchgehend im Wald, filmten sich gegenseitig und wussten oft selbst nicht, was als Nächstes passieren würde. Viel von der Erschöpfung und Gereiztheit im Film war deshalb tatsächlich echt. Ein klassisches Drehbuch gab es nicht. Stattdessen bekamen die Schauspieler per GPS-Koordinaten Hinweise zu Punkten im Wald, an denen neue Anweisungen, Batterien, Material und Essen auf sie warteten. Die Regisseure hielten sich möglichst im Hintergrund und gaben nur grob vor, wohin sich die Geschichte entwickeln sollte. Den Rest improvisierte das Trio.

Mit jedem Drehtag wurden außerdem die Essensrationen kleiner. Joshua erinnerte sich später daran, dass sie wirklich froren, müde waren und Hunger hatten. Genau das sollte man ihnen am Ende auch ansehen. Ruhiger wurde es nachts nicht. Während die drei in ihren Zelten lagen, schlich die Crew durch den Wald, ließ Äste knacken, spielte Kinderstimmen ab oder rüttelte plötzlich am Zelt. Heather, Joshua und Michael wussten zwar, dass etwas passieren konnte – nur eben nicht, wann und wie. Viele Reaktionen fielen dadurch ganz automatisch echt aus.

Einmal war die Grenze allerdings erreicht. Nach einem langen Marsch kamen die drei zu ihrem Lagerplatz und stellten fest, dass mehrere Zentimeter Wasser in ihren Zelten standen. Sie versuchten, per Funk das vereinbarte Codewort für eine Pause durchzugeben, doch die Crew reagierte zunächst nicht. Schließlich verließen sie den Wald, klopften mitten in der Nacht an einem fremden Haus und wurden dort mit heißem Kakao versorgt. Diese Nacht durften sie ausnahmsweise in einem Hotel schlafen. Die harten Bedingungen waren dabei Teil des Plans. Regisseur Daniel Myrick (63) erklärte später, man habe bewusst weniger Essen verteilt, damit die Schauspieler zum Ende hin mürrischer und ausgelaugter wirkten. Komplett ausgehungert habe man sie aber nicht.

Dazu kam, dass Heather, Joshua und Michael nur das Grundgerüst der Handlung kannten. Viele Details blieben geheim. Sie mussten gleichzeitig spielen, filmen, navigieren und auf Situationen reagieren, auf die sie niemand vorbereitet hatte. Genau diese Mischung machte "Blair Witch Project" so ungewöhnlich. Die drei waren nicht wirklich in Gefahr, aber eben auch nicht ausgeschlafen, satt und warm, wenn die Kamera lief. Viel Frust, Müdigkeit und Anspannung musste deshalb gar nicht groß gespielt werden. 27 Jahre später wirkt die Methode fast genauso verrückt wie der Film selbst: acht Tage im Wald, wenig Schlaf, kleinere Essensrationen und nachts eine Crew, die draußen für zusätzlichen Horror sorgte. Für den Cast war das alles andere als bequem – für den Film wurde genau das zum entscheidenden Vorteil.

Heather Donahue in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1998) von Daniel Myrick und Eduardo Sanchez
Imago
Heather Donahue in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1998) von Daniel Myrick und Eduardo Sanchez
Joshua Leonard in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1999)
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Joshua Leonard in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1999)
Michael C. Williams, Joshua Leonard und Heather Donahue beim Dreh zu "Blair Witch Project" in einer Waldszene
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Michael C. Williams, Joshua Leonard und Heather Donahue beim Dreh zu "Blair Witch Project" in einer Waldszene
Michael Williams und Joshua Leonard in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1998)
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Michael Williams und Joshua Leonard in einer Szene aus "The Blair Witch Project" (1998)
War der extreme Drehstil bei "Blair Witch Project" eurer Meinung nach ein genialer Kniff oder ging er zu weit?