30 Jahre "Scream": Matthew Lillard hielt den Film für "lahm"
Kurz vor dem 30. Jubiläum von Scream hat Matthew Lillard (56) auf der New York Comic Con überraschend offen über die Dreharbeiten zu dem Kult-Horrorfilm aus dem Jahr 1996 gesprochen. Bei einem Panel erinnerte sich der Schauspieler laut Entertainment Weekly daran, dass er damals absolut kein Vertrauen in das Projekt hatte. Nach einer durchgearbeiteten Nacht am Set habe er sehr früh am Morgen mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Auto gesessen – noch immer über und über mit Kunstblut bedeckt. Während Courteney Cox (62) in dieser Runde bereits ihre Rückkehr zu Friends plante und Neve Campbell (53) über ihren Wiedereinstieg bei "Party of Five" sprach, setzte Matthew auf einen eigenen TV-Piloten, den er gerade gedreht hatte. Von "Scream" hielt er damals dagegen wenig: "Dieser Film ist lahm. Niemand wird ihn sehen. Ich werde ein Fernsehstar", erinnerte er sich an seine damaligen Gedanken. Ausgerechnet das Projekt zu dem TV-Piloten wurde später nie umgesetzt – "Scream" hingegen entwickelte sich zum Kultfilm.
"Dieser Pilot wurde nie etwas, und nun sind wir 30 Jahre später hier", stellte er rückblickend fest. Dass sich "Scream" stattdessen zu einem der legendärsten Horrorfilme der 1990er Jahre entwickeln würde, habe sich damals niemand aus dem Cast vorstellen können. Der erste Teil spielte weltweit mehr als 170 Millionen Dollar ein und legte den Grundstein für eines der bekanntesten Slasher-Franchises überhaupt. Im Original von 1996 schlüpfte Matthew in die Rolle von Stuart "Stu" Macher, einem der beiden Killer hinter der Ghostface-Maske. An seiner Seite standen unter anderem Skeet Ulrich (56), David Arquette (55) und Drew Barrymore (51) sowie Courteney und Neve vor der Kamera. Gerade der Mix aus klassischem Horror und selbstironischen Kommentaren über die Regeln des Filmgenres machte "Scream" damals so besonders. Ghostface wurde zur Kultfigur, Sidney Prescott zur Ikone – und ein klingelndes Telefon plötzlich sehr viel unheimlicher als zuvor.
Matthew selbst kann heute über seine damalige Einschätzung nur lachen. Bei einem weiteren Jubiläumstermin scherzte er bereits darüber, wie sehr er in jeder Szene versucht habe, sich als ernstzunehmender Schauspieler zu beweisen. Rückblickend finde er seinen damaligen Einsatz vor allem amüsant. Dass ausgerechnet Stu Macher einmal zu seinen bekanntesten Rollen gehören würde, hätte er 1996 wohl am wenigsten erwartet. Drei Jahrzehnte nach seinem ersten Auftritt als Stu kehrte Matthew für "Scream 7" in die Reihe zurück. Ganz unbeschwert blickt er auf dieses Comeback allerdings nicht. Bei einer Fragerunde im Rahmen einer Jubiläumsvorführung gestand der Schauspieler zuletzt, dass er seine Rückkehr inzwischen auch mit Schuldgefühlen verbindet.
Hintergrund ist der Umgang mit der Entlassung von Melissa Barrera (36) aus der Produktion. Matthew erklärte, er sei von der Aussicht auf sein eigenes Comeback so begeistert gewesen, dass er die Situation seiner Kollegin bei seiner Zusage nicht ausreichend bedacht habe. Trotzdem bleibt seine Geschichte rund um den ersten "Scream"-Film eine Hollywood-Geschichte voller Irrtümer. Während Millionen Zuschauer Ghostface später mit einem Telefonklingeln verbanden, saß einer der Stars damals frühmorgens mit Kunstblut eingesaut im Auto und war fest davon überzeugt, dass sich ohnehin niemand für den Film interessieren würde.

























