

Anklage kontert Russell Brand: Doku übte keinen Einfluss aus
Der Strafprozess gegen Russell Brand (51) am Southwark Crown Court in London befindet sich in der entscheidenden Phase. In ihrem Schlussplädoyer widersprach Anklägerin Riel Karmy-Jones am Freitag der Verteidigung, die argumentiert hatte, die Channel-4-Dokumentation "Russell Brand: In Plain Sight" aus dem Jahr 2023 habe die Erinnerungen der sechs Frauen beeinflusst. Wie Deadline berichtet, betonte Riel vor der Jury, dass weder die Doku noch die damaligen Berichte der Times wie eine "Zauberkraft" gewirkt hätten. Die Frauen hätten ihre Erlebnisse dadurch keineswegs neu erfunden, sondern vielmehr erkannt, dass sie mit ihren Erfahrungen nicht allein seien, woraufhin sie sich an die Öffentlichkeit und die Behörden gewandt hätten. Dem Schauspieler werden insgesamt sieben Taten vorgeworfen: drei Vergewaltigungen, drei sexuelle Übergriffe sowie ein versuchter unsittlicher Angriff. Russell bestreitet alle Anschuldigungen konsequent.
Die Anklägerin wies zudem darauf hin, dass sich die sechs Frauen untereinander nicht kennen und einander nie getroffen haben. Riel betonte, sie seien "sechs Frauen, die nichts zu gewinnen haben, die nicht das Rampenlicht gesucht haben, die nicht an Dokumentationen teilgenommen haben, die keine Entschädigungsansprüche geltend gemacht haben". Während sich die Frauen lebhaft an die mutmaßlichen Übergriffe erinnerten und auch im Kreuzverhör von Verteidiger Ian Winter bei ihren Aussagen blieben, habe sich Russell nach Darstellung der Anklage nur an wenig erinnert und seine Version nachträglich angepasst. Der Richter ermahnte die Geschworenen abschließend ausdrücklich, die Doku auszublenden, da anonyme Beschwerden im TV der Anklage keine Stütze verliehen und nie gerichtlich geprüft worden seien, weshalb im Zweifel ein Freispruch zu erfolgen habe. Am kommenden Dienstag, dem 3. November, beginnt die Jury mit den Beratungen.
Russell hatte im Verlaufe des Verfahrens bereits selbst im Zeugenstand ausgesagt und offen über die massiven Folgen der Anschuldigungen für sein Privatleben gesprochen. Dabei schilderte er, dass die öffentlich erhobenen Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfe seine Beziehungen zu Freunden und früheren Wegbegleitern extrem belastet hätten. Der Comedian räumte vor Gericht zudem ein, dass er keinen seiner ehemaligen Kollegen dafür gewinnen konnte, zu seiner Verteidigung auszusagen. Völlig isoliert war er in den vergangenen Wochen jedoch nicht: Rückhalt bekam Russell von seiner Ehefrau Laura Gallacher (39), die ihn an den meisten Verhandlungstagen zum Southwark Crown Court begleitete und ihm während des Großteils des Prozesses zur Seite stand. Ob die Geschworenen den Schauspieler in einem oder mehreren Punkten schuldig sprechen, entscheidet sich nach den Beratungen der Jury.





















