"Neun-bis-vier-König": Haakon spaltet die Royal-Experten

"Neun-bis-vier-König": Haakon spaltet die Royal-Experten

- Louisa Riepe
Lesezeit: 3 min
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Rund zwei Monate nach dem Tod seines Vaters König Harald V. (†89) und seiner eigenen Thronbesteigung steht König Haakon VIII. (53) in Norwegen wegen seines Auftretens in der Kritik. Im Königshauspodcast "Blått blod" des Portals Nettavisen gingen Royalexperten jetzt der Frage nach, ob der Monarch seine neue Rolle zu förmlich angeht und sie zu sehr wie einen ganz normalen Job behandelt. In seiner Heimat kursieren offenbar bereits wenig schmeichelhafte Spitznamen für ihn: Die Rede ist von einem "Beraterkönig", einem "Neun-bis-vier-König" und sogar von einem "Gemeinderat in einer kleinen Kommune". Mehrere Experten halten es für möglich, dass diese Bezeichnungen unangenehm nah an der Wahrheit liegen. Ihre größte Sorge: Mit seinem distanzierten Beraterstil zeige Haakon zu wenig von seiner Persönlichkeit. Dadurch könnten die Norweger ihren neuen König kaum richtig kennenlernen, und es falle ihnen so auch schwer, eine enge Bindung zu ihm aufzubauen.

Der Royalexperte Per Gunnar Sværen denkt, dass der Monarch nahbarer werden muss, wenn er so beliebt sein will wie sein Vater. "Die Menschen müssen ihn mögen können. Ich glaube, wenn er diesen Beraterstil beibehält, wird man ihn nie richtig kennenlernen", erklärte er im Podcast. Schwierig finden es die Experten außerdem, wenn der König sein Amt als Tätigkeit mit festen Arbeitszeiten versteht. Von dieser könne er sich in seiner Freizeit nicht einfach abgrenzen oder sie zugunsten seiner Familie zurückstellen. Unterschiedlich gedeutet wird außerdem auch ein Scherz aus Haakons erster Rede als König beim Stortingsdinner Anfang Oktober: "Es ist nicht ohne Weiteres möglich, über Nacht König zu werden. Da ist es gut, 35 Jahre Erfahrung als mittlere Führungskraft in einem mittelgroßen öffentlichen Unternehmen zu haben." Bei den Gästen sorgte das zwar für großes Gelächter, doch ob die Worte nur selbstironisch gemeint waren oder sein nüchternes Amtsverständnis verraten, darüber sind sich die Fachleute uneinig. Die frühere Hofmitarbeiterin und Royalexpertin Tove Taalesen fasst ihre Reaktion knapp zusammen: "Das bereitet mir Sorgen."

Schon drei Wochen zuvor hatte die Royalexpertin Trine Villemann Haakons Start auf dem Thron scharf kritisiert. "Es wirkt wie ein schwer angeschlagenes Königshaus. Es ist ein wahnsinnig schlechter Start", hatte sie gegenüber Ekstra Bladet geurteilt. Ihre Sorge galt vor allem dem Personalmangel am Hof. Königin Mette-Marit (53) befand sich nach ihrer Lungentransplantation weiterhin in der Rehabilitation. Mit offiziellen Auftritten wurde voraussichtlich erst im kommenden Sommer gerechnet. Für viele Aufgaben standen damit vor allem Haakon und seine Mutter Königin Sonja (89) zur Verfügung. "Was sollen die Norweger mit dem Königshaus, wenn es sie nicht repräsentieren kann?", hatte Trine gefragt.

König Haakon VIII., damaliger Prinz, im Dezember 2025 in Norwegen
Imago
König Haakon VIII., damaliger Prinz, im Dezember 2025 in Norwegen
König Haakon von Norwegen beim Galadinner zu König Carl XVI. Gustafs 80. Geburtstag in Stockholm
Getty Images
König Haakon von Norwegen beim Galadinner zu König Carl XVI. Gustafs 80. Geburtstag in Stockholm
Königin Mette-Marit und König Haakon VIII.
Dusan Reljin, The Royal Court
Königin Mette-Marit und König Haakon VIII.
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