Für Ashley Graham (39) sollte es ein großer Moment ihrer Karriere werden, doch stattdessen endete der Abend in Tränen. An ihrem Geburtstag blickte das Model im Liveevent "The Long Play" von Business Insider auf eine besonders schmerzhafte Erfahrung zurück. Ein Editorial für die italienische Vogue war bereits fest vereinbart, doch plötzlich machte das Magazin einen Rückzieher. Nur einen Abend vor dem geplanten Termin erhielt Ashley die überraschende Absage. "Am Abend vorher riefen sie mich an und sagten mir, dass ich aus dem Auftrag entlassen worden sei", erinnerte sie sich. Besonders bitter: Sie war offenbar die Einzige aus dem bereits bestätigten Model-Cast, die kurzfristig gestrichen wurde. Die Enttäuschung war so groß, dass Ashley ihre Tränen nicht zurückhalten konnte. "Ich war das einzige bereits bestätigte Mädchen, dem am Abend zuvor abgesagt wurde, und ich erinnere mich, wie ich weinte ... meine Tränen tropften in eine Schüssel Pasta", erzählte sie. Statt sich auf ihren großen Auftritt zu freuen, verbrachte sie den Abend also mit einer Portion Pasta und jeder Menge Kummer.
Die geplatzte Vogue-Geschichte war längst nicht die einzige Enttäuschung, die Ashley auf ihrem Weg nach oben verkraften musste. Wie sie im Gespräch mit Business Insider erzählte, gehörten Absagen in der Modelbranche fast schon zum Alltag. "Ich bin oft abgelehnt worden. Die Unterhaltungsbranche weist dich auf jede erdenkliche Weise zurück. Besonders die Modelbranche, in der man weder alt noch ... pummelig sein soll", berichtete sie. Dabei stellte sie ausdrücklich klar: "Ich nenne mich nicht selbst pummelig; ich sage nur, dass die Modebranche das so bezeichnet." Nach dem kurzfristig gestrichenen Editorial musste Ashley sich erst einmal vor Augen führen, dass die Entscheidung nichts über sie als Person aussagte. Inzwischen hat sie jedoch gelernt, Rückschläge anders einzuordnen. "Also habe ich gelernt, alles, was auf mich zukommt, und jede Ablehnung mit einer gewissen Gelassenheit und als Lernprozess zu betrachten", erklärte sie. Dass auf eine Enttäuschung auch schnell ein Erfolg folgen kann, zeigte sich schon bald: Nicht einmal sechs Monate später war Ashley in einer Anzeige der Sports Illustrated zu sehen.
Mit Sports Illustrated verbindet Ashley inzwischen einen ganz besonderen Meilenstein ihrer Karriere. 2016 schaffte sie es auf das Cover der berühmten Swimsuit-Ausgabe und schrieb damit Modelgeschichte. Besorgt blickt die Unternehmerin und dreifache Mutter auf die aktuellen Entwicklungen. Vor allem der zunehmende Einsatz von Medikamenten zur Gewichtsabnahme bereitet ihr Sorgen. Sie befürchtet, dass dadurch mühsam erkämpfte Fortschritte bei Körperakzeptanz und Selbstbestimmung wieder verloren gehen könnten. "Es ist wirklich entmutigend. Das Pendel war so stark in Richtung Körperakzeptanz und Bodypositivity ausgeschlagen. Jeder sollte sein können, wer er sein möchte", sagte sie gegenüber Marie Claire. Inzwischen beobachte sie allerdings eine deutliche Gegenbewegung. "Und jetzt schwingt es wieder völlig in die entgegengesetzte Richtung, was sich wie ein Schlag ins Gesicht für die Frauen anfühlt, die das Gefühl hatten, endlich eine Stimme zu haben", erklärte Ashley.
























