Im Prozess gegen Russell Brand (51) haben die Geschworenen längst nicht alles über den Comedian erfahren. Er wurde wegen einer Vergewaltigung und dreier sexueller Übergriffe verurteilt, bei zwei weiteren Vergewaltigungsvorwürfen und einem zusätzlichen Übergriff dagegen freigesprochen. Wie The Sun unter Berufung auf Gerichtsdokumente schreibt, blieben mehrere Themen bewusst aus dem Saal: seine Ehe mit Katy Perry (42), seine frühere Sucht nach Alkohol und Drogen sowie sein Weg zum Glauben. Die Anklage hatte die Sängerin ursprünglich schon im Eröffnungsvortrag nennen wollen. Nach Einwänden von Russells Verteidigern strich Chefanklägerin Riel Karmy-Jones KC den Namen jedoch aus dem Text. Ausgeklammert wurden auch Russells Beschäftigung mit Religionen und seine Hinwendung zum Christentum, einschließlich der Taufe durch Bear Grylls 2024 in der Themse bei Henley.
Auch Russells einstige Abhängigkeit sollte nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zur Sprache kommen. Verteidiger Ian Winter KC widersprach: "Keine der Beschwerdeführerinnen behauptet, dass Herr Brand bei ihren Begegnungen mit ihm unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand." Folglich durfte der frühere Freund Mark Pinheiro im Zeugenstand nichts zu Russells Substanzmissbrauch sagen. Bei der Aussage seiner ehemaligen Assistentin Helen Berger fiel der Verweis auf eine Therapie in einer Klinik für Sexsucht weg. Anderes blieb stehen: Die Jury hörte von seinem "irrsinnigen sexuellen Appetit" und davon, dass er nach dem Sex bedrückt gewesen sei. Helen schilderte außerdem Sex auf Toiletten und in Garderoben. Zudem erzählte sie, wie er seinen Charme "abschaltete", sobald eine Frau eine Beziehung erwähnte. Da das Verfahren beendet ist, dürfen die Argumente aus den Vorverhandlungen jetzt öffentlich werden.
Die Wege von Russell und Katy kreuzten sich 2009 am Set von "Männertrip", kurz darauf waren sie ein Paar. 2010 heirateten sie in Rajasthan in einer traditionellen hinduistischen Zeremonie, nicht weit von einem Tigerreservat. Ende 2011 war die Ehe bereits Geschichte. Bei den Ermittlungen wurde Katy nicht als Zeugin befragt, doch Russell kam in seiner eigenen Aussage auf die Ehe zu sprechen. Vor Prozessbeginn hatte die Staatsanwältin laut den Unterlagen erklärt: "Die Anklage erkennt an, dass Angelegenheiten nach 2009, die seine Beziehung mit Katy Perry betreffen, sensibel sein könnten, ebenso wie seine früheren Glaubensrichtungen, und wir sind damit einverstanden, diese zu entfernen." Zuletzt machte der Comedian das Christentum zum Kern seines Podcasts und seiner Onlineauftritte. Im Gerichtssaal sah man ihn zeitweise auf der Anklagebank beten.

























