Eine alte Teedose sorgte bei Bares für Rares für eine echte Überraschung. In der aktuellen Folge der ZDF-Trödelshow brachte Verkäuferin Anna aus Duisburg das 267 Jahre alte Gefäß mit ins Studio nach Pulheim. Dort nahm der Kunstexperte Colmar Schulte-Goltz (53) das Stück genau unter die Lupe und schätzte seinen Wert auf höchstens 800 Euro. Doch im Händlerraum zeigte sich schnell, dass die Dose viel mehr Interesse weckte als angenommen. Los ging es mit einem Gebot von 350 Euro, dann überboten sich die Händler in rasantem Tempo. Erst bei 2.400 Euro fiel der Hammer. Für diese Summe gab Anna die Dose an Händler Friedrich ab. Damit brachte der gerettete Fund ganze dreimal so viel ein wie die obere Grenze der Expertenschätzung.
Colmar identifizierte das Fundstück als englischen Tea Caddy. In solchen Behältern bewahrte man im 18. Jahrhundert Tee auf, um sein Aroma möglichst lange zu bewahren. Die Punzen gaben den entscheidenden Hinweis zur Herkunft: Demnach besteht die Dose aus 925er-Sterlingsilber und wurde 1759 in London gefertigt. Sie stammt aus der Werkstatt des Silberschmieds Christopher Makemeid. Die Vergoldung ist zwar an manchen Stellen bereits abgetragen, doch darunter kommt ein kunstvolles Reliefdekor mit floralen Motiven zum Vorschein. Besonders spannend: Ein heraldisches Zeichen auf der Dose deutet darauf hin, dass sie einmal einem Adeligen gehörte. Um welche Familie es sich dabei handelte, lässt sich heute allerdings nicht mehr feststellen. Schon das Material allein ist einiges wert. Bei einem Gewicht von 274 Gramm liegt der reine Silberankaufswert schätzungsweise bei etwa 400 Euro. Insgesamt setzte der Fachmann für das Stück 600 bis 800 Euro an.
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die Teedose überhaupt im Fernsehen landete. Anna hatte das Gefäß bei einer Haushaltsauflösung entdeckt und davor bewahrt, weggeworfen zu werden. Anschließend verschwand der Fund aber erst einmal in ihren vier Wänden. Fast fünf Jahre lang stand die Dose bei der Duisburgerin zu Hause, bevor sie sich zu "Bares für Rares" wagte. Ihre Erwartungen waren dabei vergleichsweise bescheiden. Als Wunschpreis gab sie 500 Euro an, am Ende ging sie mit fast dem Fünffachen nach Hause. Wer die Dose einst besessen hatte, bleibt trotz des Wappensymbols weiter ein Rätsel. Nach mehr als zweieinhalb Jahrhunderten hat sie nun einen neuen Besitzer gefunden.























