Vor der Festnahme von Marius Borg Høiby (29) am 4. August 2024 soll es einen Austausch zwischen dem norwegischen Justiz- und Sicherheitsministerium und dem schwedischen Königshaus gegeben haben. Das geht aus neuen Erkenntnissen der norwegischen Sonderermittlungsbehörde hervor. Ausgangspunkt war eine Untersuchung gegen einen Polizeimitarbeiter. Dieser hatte laut VG die Kommunikationschefin des Hofes, Guri Varpe, vorab darüber in Kenntnis gesetzt, dass Marius gegenüber einer Ex-Freundin gewalttätig geworden sein soll. Von der geplanten Festnahme wusste der Beamte zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Bei den Ermittlungen kam heraus, dass der bevorstehende Zugriff innerhalb des Ministeriums breit kommuniziert worden war. Auch im Büro des Ministerpräsidenten war man im Bilde. Wer den Palast in Kenntnis setzte, ist aber weiterhin ungeklärt.
Das Verfahren gegen den Polizeimitarbeiter wurde mittlerweile eingestellt. Aus Sicht der Sonderermittler hat er mit seiner Nachricht an den Hof nicht gegen die Schweigepflicht verstoßen, weil sicherheitsrelevante Erwägungen eine Rolle spielten. In der Pressemitteilung der Behörde heißt es: "In diesem Zusammenhang haben die Ermittlungen ergeben, dass es einen Dialog zwischen dem Justiz- und Sicherheitsministerium und dem Königshof gab. Dieser Dialog fand vor Høibys Festnahme statt." Näher untersucht wurde dieser Kontakt nicht. Das Mandat der Behörde umfasst ausschließlich dienstliche Handlungen der Polizei. Das Ministerium bestätigt den Austausch. Es bestreitet aber, die entscheidende Warnung weitergegeben zu haben. "Wie der Sonderermittlungsbehörde mitgeteilt wurde und wie sie es wiedergibt, hatte das Ministerium Kontakt mit dem Palast, aber das Ministerium informierte weder den Palast noch andere externe Stellen über die Festnahme", erklärte Beraterin Raheela Chaudhry gegenüber dem Magazin. Früher hatte das Ministerium angegeben, weder den Personenschutz noch "andere externe Stellen" informiert zu haben.
Damit blieb die brisante Frage offen: Wer hatte den Palast vorgewarnt? Besonders in den Fokus rückte Marius' Mutter Kronprinzessin Mette-Marit (53). Sie soll ihren Sohn zu dem mit der Polizei vereinbarten Treffpunkt an der Jansløkka-Schule in Asker gefahren haben. Dort erfolgte schließlich die Festnahme. Die Familie habe etwa eine halbe Stunde vor dem Zugriff davon erfahren. Auf welchem Weg diese Information zum Hof gelangt war, konnten die Sonderermittler nicht klären. Norwegischen Medienberichten zufolge soll Mette-Marit außerdem Marius' Haus nahe dem königlichen Anwesen Skaugum aufgeräumt haben, während er unter der Dusche stand. Auch die damaligen Erklärungen ließen Fragen offen. Hinweise auf eine weitere Vorabinformation durch Polizeibedienstete fanden die Ermittler nicht.























