Die Freude über seine Silbermedaille wehrte nur kurz, denn nach seinem Triumph im Keirin bei den Olympischen Spielen kritisiert Bahnradsprinter Maximilian Levy (25) den Bund Deutscher Radfahrer, die Sportförderung in Deutschland sowie BDR-Präsident Rudolf Scharping (64).

Im Zuge einer Pressekonferenz macht Levy seinem Ärger Luft: „Da hätte ich mehr Feedback erwartet, auch nur kleine Dinge. Zum Beispiel eine Gratulation. Die hat es bislang nicht gegeben. Ich glaube, da kommt per Post in den nächsten Tagen eine Urkunde mit 'Herzlichen Glückwunsch und so weiter' – ist ja klar, wo die dann landet.“ Weiterhin prangert Silber-Levy die fehlende Präsenz von Ex-Verteidigungsminister Scharping an. Ihn habe er nämlich weder gesehen noch gesprochen, was wohl daran gelegen haben könnte, dass Scharping lediglich zu Beginn der Spiele ganz kurz in London weilte. „Wir sind es gewohnt, dass wir Bahnradsportler vielleicht mal bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen kurz im Fokus stehen. Erfolge werden nicht entsprechend gewürdigt.“

Gestern folgte dann sofort das Dementi vom Bund Deutscher Radfahrer. Während der Siegerehrung habe Scharping mit Sportdirektor Patrick Moster telefoniert und ihm die Glückwünsche für die deutschen Athleten übermittelt. Weiterhin habe der BDR-Präsident eine SMS an Bundestrainer Detlef Uibel (53) geschickt, in der er ebenfalls die Glückwünsche zum Ausdruck brachte. Doch all dies sei in der Hektik nicht bis zu Levy durchgedrungen, heißt es von offizieller Seite. Der Radsportler sieht aber immer noch großen Handlungsbedarf, denn ihm ist alles zu ungerecht verteilt. „Von der Förderung sind wir hoffnungslos unterlegen. Wir schaffen es nur, über unsere [Artikel nicht gefunden] dranzubleiben. Die Frage ist doch: Will die Gesellschaft sportlichen Erfolg – oder will die Gesellschaft nur Fußball und Formel 1 gucken?“


Tipps für Promiflash? Einfach E-Mail an: tipps@promiflash.de